— 9 — Gewerbe zu schweigen. Dies ist um so bedauerlicher, als unser Land ohnehin nur bescheidenen Besitz an Kunstgut hatte. Wer auch wertvolles Urkundenmaterial aus privatem, Genossenschafts-, Gemeinde- und kirchlichem Besitz und aus dem Schloharchiv ging zu Grunde oder wurde verschleudert. Von den Urkunden aus dem Schloharchive hat Dr. A. Schädler einen Teil geborgen; diese sind jetzt im Regierungsarchiv. 2. Diese um die letzte Jahrhundertwende immer stärker werdende Erkenntnis führte dann dazu, daß etliche Männer, aus diesen be- sonders Prälat Johann Baptist Büchel, damals Pfarrer in Triefen und Siinitätsrat Dr. Albert Schädler in Vaduz, den wichtigen Schritt taten und zur Gründung eines historischen Vereins aufriefen. Am 19. Februar 1901 versammelten sich über Einladung eines vor- bereitenden Komitees in Vaduz 45 Geschichtsfreunde, und weitere 22 hatten ihren Beitritt brieflich erklärt. Dr. Albert Schädler wies in seiner einleitenden Ansprache auf den idealen Zweck des Vereins hin und sagte u. a.: Das für den Verein vorgesehene Arbeitsgebiet sei bisher als Aschenbrödel behandelt worden, und doch sei es in hohem Grade anziehend und interessant. Der historische Verein sei berufen, die Geschichte unseres Heimatlandes und unserer Vor- fahren in den vergangenen Jahrhunderten zu erforschen. Unserem Lande sei durch das Walten der Vorsehung eine ganz eigenartige Entwicklung beschieden. Die Geschichte sei die Lehrmeisterin der Völ- ker. Durch das Studium der Vergangenheit lernten wir die Gegen- wart begreifen und damit eröffne sich ein Blick in die Zukunft. Besonders das kulturgeschichtliche Gebiet sei bei uns noch wenig erforscht und lade zum Studium ein. Das Material müsse aber zum guten Teile noch gesammelt werden. Das sei nur durch vereinte Kräfte erreichbar. Das Zustandekommen des historischen Vereins sei daher geradezu ein Bedürfnis.') Die von dieser Erllndungsversammlung beschlossenen Statuten bestimmten Folgendes: > ) Jahrbuch des historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, l. Band Seite 271 u. ff. 2
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.