— 78 — Plastik zeigt, — das beweist seine Sammlung an alten Stücken, — aber sich nie in dieser Kunst versuchte. Nur kurz sei noch verwiesen auf die Anerkennung der Kunst- tätigkeit Niggs durch seine Zeitgenossen. Sein Erfolg bei Wett- bewerben war ungewöhnlich, Eeschäftsfirmen gingen ihn an bis in die späteren Jahre um seine Entwürfe für Plakat und Reklame, das Reichspostministerium zog ihn bei für einen engeren Wettbe- werb für gute neuzeitliche Briefmarken, Gewerbeschulen bettelten um seine und seiner Schule Arbeiten als wegleitende Muster und holten seinen erfahrenen Rat über Neugestaltung des graphischen Unterrichtes, er wurde beigezogen als Preisrichter für Wettbewerbe, Zeitschriften verlangten seine Arbeiten zur Abbildung und hätten gerne auch seine schriftstellerische Arbeit in Anspruch genommen (davon ist jedoch nichts erhalten als der Nachweis, dah er immerhin als ordentlicher Mitarbeiter für den künstlerischen Teil einer Zei- tung honoriert war). Nach kurzer Lehrtätigkeit wurde ihm der Titel eines Professors zuerkannt. In dem Umstand, dah der frühere Di- rektor der Schule in Magdeburg, nachdem er an die Kunstgewerbe- schule nach Köln übergewechselt war, seinen Mitarbeiter von dort nachholte, sehe ich eine besondere Wertschätzung aus seiner nächsten Arbeitsgemeinschaft. Die dankbaren vielen Briefe seiner Schüler sind ein gar beredtes Loblied auf den Menschen, Künstler und Lehrer. Ich schliche noch aus der Korrespondenz das Urteil eines Mannes von Bedeutung und anerkannter Erfahrung in Kunst- dingen bei. Muthesius äuhert sich zu einem Bekannten unseres Meisters: — „F. N. ist der beste, den wir haben, so groh, so einfach, so ruhig wie keiner in seinen Arbeiten ^ ". In der „Kölnische Zeitung" 11. Aug. 1931 wird zum Rücktritt Niggs von der Schule vorgeschlagen, ihn doch anderweitig in der Stadt zurück- zuhalten, um ihn den Kunstbestrebungen in der Stadt nicht abgehen zu lassen. Im gleichen Artikel steht der Vergleich Niggs mit Desi- derius Lenz und der Kunstschule Beurons. Dieser Vergleich, so ehrend er ist, mag einigermahen zurecht stehen, soweit es sich um Nigg und seine Schule der Paramentik dreht, also um das, was man öffentlich von ihm kannte. Der stille „heimliche" Künstler Nigg geht in anderer Richtung. Ich möchte ihn eher vergleichen mit jenen unbekannten Künstlern der Katakombenwände, die ohne alles künst-
        

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