— 67 — der künstlerischen Anwendung verfeinert und bemühter. Sie stehen daher im unmittelbaren Ausdruck hinter den Handzeichnungen zu- rück. Formal liegen einige Arbeiten im Stil der Berliner-Magde- burger-Zeit, das Schönste auch hierin gehört seiner letzten Zeit an. Die letzte, unvollendete Arbeit ist ein hl. Franz unter den Tieren. DieFrllhar Veiten zeigen den zum Teil noch mühsamen, aber sauberen Naturalisten im bescheidensten Sinn des Wortes. Pein- lich treu werden die natürlichen Gegebenheiten in kleinformatigen Block-Vlättchen niedergelegt und weder besser noch schlechter als etwa von seinen Genossen, den Illustratoren und Vedutenzeichnern, fchulgerecht ausgezeichnet. Baulichkeiten, Naturausschnitte, alte Möbel und alter Hauskram, alles wird mit dem gleichen Fleiß ge- zeichnet mit Bleistift, Feder und z. T. auch mit Wasserfarbe ausge- tragen. Die peinlich saubere Arbeit lag dem Jungen gut, und seine Lehrzeit im Betrieb bei Orell-Füßli hat diese Anlage weiterhin ver- stärkt. Es lieh sich mit dieser Arbeit für Kataloge. Reiseführer und dgl. auch hie und da ein Stllcklein Brot verdienen. Ich rechne zu dieser Früharbeit auch seine Lithographien, die zum Teil schon in Zürich, dann aber besonders in Augsburg entstanden sein mögen. Diese Blät- ter zeigen noch wenig Eigenwertiges, holen aber schon weiter aus, be- sonders thematisch, und sind meist figurale Darstellungen. Vom späteren Künstler zeigen sich erst spärliche Ansätze. Das Erste, in dem wir einige freie, persönliche Ausdrucksfähigkeit finden, sind die klei- nen Gelegenheitsskizzen in Augsburg. Der Künstler hat aber später wiederholt auf diese Früharbeiten zurückgegriffen und sie umgestal- tet, um sie praktisch zu verwerten. Wenn wir in Betracht ziehen, dah der junge Mann immerhin schon über dreißig Jahre zählt bei dieser Entwicklnug und zudem in München gewesen, müssen wir mit einiger Zurückhaltung feststellen, dah das persönliche Künstlertum in ihm eigentlich recht langsam zum Durchbruch kam. Viel daran mag schuld gewesen sein, dah er das Künstlerische eben mehr neben- bei pflogen muhte und praktisch auf den Lebensunterhalt im graphi- schen Gewerbe abgestellt war. Nur erwähnt mag sein, dah von seinen frühesten Arbeiten und besonders von den eigenen Schular- beiten sich recht wenig im Nachlaß findet. DiezweiteEntwicklungsstuse zeigt uns einen jun- gen Künstler, der kühn mit seiner Zeit geht und Anschluß sucht, wo er
        

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