— 54 — des Besoldungsdienstalters auf den 1. Okt. 1901 M 450», der Woh- nungsgeldzuschuß M 1300; außerdem erhalten Sie eine persönliche- ruhegehaltsberechtigte Zulage von jährlich 1000 M," Das bedeutete eine materielle Besserstellung, vor allem aber sagte ihm Köln und seine Schule als geistige Umwelt besser zu als Magdeburg. Das Anstellungsdekret erfolgte am 22. Januar 1912 „auf Vorschlag des Kuratoriums, nach Anhörung der Stadtverordneten-Versammlung und mit Genehmigung des Herrn Ministers für Handel und Ge- werbe". Der Schulantritt hatte auf 1. April 1912 zu erfolgen. Die Schüler in Magdeburg bedauerten den Wegzug ihres lieben Lehrers, unter der Lehrerschaft begann ein unliebes Gerede. Der Schulbe- trieb in Köln war ähnlich dem in Magdeburg und Nigg hatte vor- läufig auch seine früheren Lehrfächer zu übernehmen. Er war somit in der Schule daheim, und der Boden der Rheinstaol paßte ihm gut. In einem blieb sich unser Herr Professor immer gleich, in seinem restlosen Einsatz für die übernommene Aufgabe, aber in einem andern gab es nun einen neuen Anstoß, in seiner eignen Kunst. Überdies brachte es Nigg soweit, daß seine Klasse geteilt wurde. Der graphische Teil seines Unterrichtes wurde einer neuen Kraft übertragen und Nigg konnte sich ganz dem Textilfach widmen. Er spezifizierte auch diese Klasse zu einer Schule für rein kirchliche Textiltunst, und damit war sein Traum erfüllt und seine Arbeit im besten Sinn auf sein Ideal konzentriert. Fast volle 20 Jahre hat Nigg an der Kölner Schule gearbeitet und mit bestem Erfolg ge- wirkt. Den Einblick in seine Schule werden wir später nehmen. Mit dem erfüllten tt>">, Lebensjahre hatte Nigg die gesetzliche Grenze sei- ner öffentlichen Schultätigtei: erreicht und nahm Abschied von seiner Klasse und seinem Lehrberuf, Auch in Köln beteiligte sich Nigg vielfach neben seinem Schul- betrieb. Er führte weiterbin private Aufträge aus besonders für Firmen, mit denen er von früher her in Verbindung stand. Selbst öffentliche Austräge wurden ihm übergeben, so besonders der große Wandteppich im Pallenbergsaa'. des Kunstgewerbemuseums. Ganz besonders aber arbeitete er an seiner heimlichen, eigenen Kunst und entwickelte diese hier in Köln auf letzte Reife. Zu sehen bekam hie- von niemand etwas, für ihn aber war es seine stille Welt.
        

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