— 53 — Vorgehen und die konsequente Arbeit in den Fachklassen, denen auch ein Werkstattunterricht angegliedert war, bildete eine stete Beein- flussung und Hebung des Gewerbes. Überdies arbeitete Nigg in Publikationen mit und lieferte Entwürfe für „Moderne Stickereien, herausgegeben bei Alex. Koch, Darmstadt." Auch besondere Vil- dungskurse für Handwerker wurden neben dem ordentlichen Unter- richt eingeschoben, um das Gewerbe zu heben. Das brachte dem neuen Lehrer volle Anerkennung ein. Vorerst wurde ihm eines der üblichen zwei Probejahre erlassen und schon nach 3 Jahren am 17. Dezember 1906 wurde ihm der Titel „Professor" vom Mini- sterium verliehen, in Anerkennung der geleisteten Dienste. Mochte Nigg auch nicht allzuviel auf solche Dinge halten, es war doch eine öffentliche Anerkennung seiner Bestrebungen und seiner Arbeit.. In dieser Arbeit rannen die Jahre unvermerkt weg. Unser Professor vergaß auf Zeit und Umwelt. Er war in seiner Klasse und arbeitete daneben mit Bienenfleiß für seine persönlichen Kunst- bedürfnisse. Es war keine bloße Formel, wenn ihm seine Bekannren immer wieder schrieben, daß er sich doch schonen möchte, umsomehr da er gesundheitlich immer noch zu leiden hatte bald mit den Nerven, dann mit dem Magen und besonders an hartnäckigen Katarrhen. „Sie sollten sich auch mal eine freie Stunde gönnen; Sie kommen ja doch alleweil noch früh genug in den Himmel." Das Verhältnis zu den Schülern war ein denkbar schönes, daneben mied er geradezu die Gesellschaft; die Zustände an der Schule und der unkollegiale Geist unter der Lehrerschaft waren weniger erfreulich und machten ihm den „Verleider". Nigg litt darunter nicht für seine Person sondern im Interesse der Schule. Der ehemalige Direktor der Schule, Thormählen, der Nigg nach Magdeburg gebracht hatte, ging an die Schule nach Köln. Zu diesem stand Nigg in freundschaftlichem Ver- hältnis, so lange er lebte. So dachte auch er daran, von Magdeburg wegzukommen. Schon 1910 heißt es in einem Brief: „Der Direktor ist nach Köln. Vielleicht zieht er auch Sie nach." 1912 zog tatsächlich auch Nigg nach Köln. Thormählen und Nigg bereinigten die Anstellung in Köln erst vertraulich unter sich. Am 26. Oktober 1911 konnte Thormählen be- richten, daß die Anstellung spruchreif, und gab Nigg die Anstellungs- bedingungen bekannt. „Ihr Ansangsgehalt beträgt unter Festsetzung
        

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