— 49 — welchem Eiser er vorwärtsstrebte und sich über seine Werkstatt hin- aus weiterbilden wollte. 1895 finden wir den jungen Mann in München. Hier arbei- tete er auf seinem Beruf als Zeichner und Lithograph und ver- diente so sein Brot. Drei solcher Verdienstzeichnungen für einen Münchner Reiseführer sind im Abdruck noch vorhanden. Daneben besuchte er künstlerischen Unterricht und hatte seine Augen offen, um zu lernen, was er irgend unter Dach bringen konnte. Seine Bekannten in München waren Schweizer, mit denen er in Zürich zu- sammen gewesen war, dann vor allem seine Verwandten aus der Familie Rheinberger. Die Kunstjünger trugen Sorge für ihr Fort- kommen und berichteten sich gegenseitig, wenn wieder irgendeine Ar- beitsmöglichkeit zu finden war. So schrieb auch ihm wieder einer, es werden Zeichner gesucht, wenn er sich interessieren wollte. Später träumte ihnen von eigener Geschäftsgründung. Wie hoch dabei übri- gens das Verdienst war, erhellt aus der Tatsache, daß Nigg Einla- dungen von Seiten des Komponisten Rheinberger absagen mußte, weil er dem dortigen Hausmeister mehr Trinkgeld hätte geben müssen, als er die Woche durch verdienen konnte. Daß er aber trotz des Wenigen, was er hatte, noch andern weggab, wenn er darum angegangen wurde, zeugt für sein seelengutes Herz. Er darbte lieber selbst, um anderen helfen zu können. Wir wissen eigentlich recht wenig über sein Leben in München, nur schließen wir aus seiner künstlerischen Entwicklung, daß er in den kurzen paar Jahren einen ganz bedeutenden Schritt vorwärts getan. Seine Zeichnerei fängt an Kunst zu werden. 1897 im März nahm Nigg Arbeit in der Lithographischen Kunstanstalt der Gebrüder Reichet in Augsburg. Das Dienstzeugnis dorther ist noch vorhanden. „Herr Ferdinand Nigg war seit dem 22. März 1897 bis heute in unserem lithographischen Atelier in Stellung. Es lag ihm hauptsächlich die Anfertigung von Skizzen und Entwürfen ob, und hat er sowohl kleinere Sachen als besonders auch Plakate in verschiedensten Arten und Formaten in künstlerischer Auffassung und vorzüglicher Ausführung geliefert. Außerdem aber hat Nigg auch eine große Anzahl seiner Entwürfe direkt auf Stein übertragen und die lithographischen Platten selbst ausgeführt. Wir haben in Herrn Nigg einen fleißigen, tüchtigen und sehr begabten
        

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