— 48 — Ferdinand, ob er nicht einen Jungen hätte, der Talent und Lust zum Beruf als Zeichner zeigte und bereit wäre, als Lehrbub im Geschäft in Zürich einzutreten. Das war nun gerade recht für den kleinen Neffen, und am 11. Aug. 1881 unterzeichnete der Vormund der Kinder, Bruder des Vaters, „Johann Nigg, Küfer und Wirt auf dem Schloß" den Lehrvertrag. „Ferdinand Nigg tritt infolge dieses Vertrages bei Orell-Füßli L Co. als Lehrling in Arbeit und lernt daselbst Technisches Zeichnen und Autographieren, soweit die Verhältnisse unserer Offizin und die in derselben vorkommenden Arbeiten es ermöglichen". Die Lehr- zeit beträgt drei Jahre und beginnt am Tag der Vertragsfertigung. Ferdinand erhält einen bescheidenen Bubenlohn, aber daß schon das Wenige etwas bedeutete, erhellt aus der Abänderung der Vertrags- bestimmung über die Erlegung eines Decompte von 100 Franken. Diese sollten innert 33 Wochen vom Lohn eingehoben werden. Man bat für den Buben, die Zeit zu verlängern und anstatt 3 Franken 50 Wochen durch nur 2 einzuheben. Der Lehrbub zeigte Fleiß, Ee, schick und Liebe zur Sache und war bestrebt, seine Arbeit nach be' stem Vermögen zu tun. Er blieb dann auch lange über die Lehrzeit hinaus im Betrieb und besuchte zur weiteren Fortbildung auch die Kunstgewerbeschule. Aus einem Brief eines Bekannten erfahren wir, was man dort etwa lernte: Zeichnen, Blumenzeichnen, Ornament- zeichnen, Modellieren, Aktzeichnen, Kunstgeschichte und Stillehre, Darstellende Geometrie, Perspektivisches Freihandzeichnen. u.s.f. Ferdinand zog auch seinen jüngeren Bruder Hugo an die Schule, der dort Xylograph werden sollte. Von diesem liegen aus dem II. Se- mester 1887/88 noch einige Schulzeichnungen im Nachlaß. Eigen- tümlicherweise ist aber nichts mehr vorhanden, was unser Ferdinand dort gearbeitet. Die erste datierte Zeichnung aus seiner Hand ist eine kleine Blumenstudie in Wasserfarbe vom Herbst 1888, auf die er später vermerkte „nach Natur". Dann folgt ein kleiner Zeichen- block mit 8 Blättern vom Jahre —91 mit verschiedenen Bauernhäu- sern aus der Umgebung von Zürich, saubere Bleistiftzeichnungen, scheinbar fleißig in der Freizeit zusammengeholt. Es folgen weiter einige Ferienzeichnungen von daheim. All das ist freilich zu wenig, um unsern jungen Mann anhand dieser Arbeiten biographisch ge- nügend verfolgen zu können. Nur eines spüren wir heraus, mit
        

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