— 106 — Ausgrabungen, nämlich den Borscht auf dem Eschnerberg °) und den Kadel bei Koblach ^), Beide Siedlungen erfuhren nach Auf- lassung in vorgeschichtlicher Zeit keine wesentlichen weiteren Stö- rungen durch Menschenhand, und letztere lag bis heute geschützt in- mitten stämmigen Hochwaldes. Mit der oberflächlichen Lagebezeichnung „auf Spornen, Jnsel- bergen, Horsten oder Klippen" ist ein Standort fixiert, der auch für den Borscht und den Kadel kennzeichnend ist. Auch in geomor- phologischer, klimatischer, siedlungs- und verkehrsgeographischer, konstruktiver, kultureller und in anderen Hinsichten weisen die bei- den nur ca. 12 km Luftlinie entfernten Fundorte Ähnlichkeiten auf, sodaß ein vorläufiger knapper Vergleich zurecht bestehen mag, soweii ein solcher nach zwei Erabungskampagnen am Kadel heute schon möglich ist. Beide Siedlungsstellen krönen isolierte Erhebungen auf Jnsel- bergen, der Borscht auf einer höchsten des ausdehnungsmäßig größ- ten und höchsten, dem Eschnerberg (689 m), der Kadel (480 m) auf einem Anhange des Kummen (668 m), dem zweitgrößten und -höch- sten im Rheintal. In ihren absoluten Höhen — 250 m bezw. 96 m — unterscheiden sie sich. Die Wallsiedlung Pechpfanne auf dem Kum- menhaupt z. B. liegt zwar ungefähr in gleicher absoluter Höhe wie der Borscht, ist aber dort nicht mehr als Dauer- oder Saisonsiedlung, sondern als Flucht- oder Fliehburg im Vereich der Subökumene an- zusehen Dieser funktionsmäßige Unterschied zwischen Pechpfanne- und Borschtsiedlung liegt geomorphologisch gesehen besonders in der verschiedenartigen Struktur der beiden Jnselberge begründet, auch wenn noch andere Faktoren bei der Anlage zweckbestimmend mitentscheidend waren. Die Geländebeschaffenheit, Oberflächengestaltung und Wall- begrenzungen auf dem Borscht sind schon des öfteren beschrieben worden 5) und letzte Fragen beantwortet die prächtige topogra- phische Aufnahme«). Im Gegensatz zu einer mehr zentralen An- lage der Borschtsiedlung mit dem durch die Vorwälle eingeschlos- senen Gelände, bzw. einer kreisabschnittförmigen des flachen zwei- teiligen Hochplateaus, erstreckt sich die Kadelhochfläche in Form eines langgestreckten Rechteckes, das durch eine längslaufende an- stehende Eehängerippe in zwei podienartige Verflachungen geglie-
        

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