— 96 — trieben. Wir bekommen einen Einblick in den 
Umfang dieser Be- triebe wenn 
wir lesen, daß z. B. 
ein Züchter im Appenzellischen allein 6489 Maulbeerbäume und 
-bäumchen besah. Es wurden ört- liche Seidenbaukomitees und ein gesamtschweizerischer Seidenbau- oerein gegründet, welche Anweisungen an 
die Züchter über die Auf- zucht von 
Maulbeerbäumen, sowie über die Pflege und Behandlung der „Seidenwürmer" ') gaben. Sie organisiertenden Absatz der Er- zeugnisse, prämiierten erfolgreiche Seidenzüchter und stellten vor al- lem auch ausführliche Statistiken auf. Über die fast 
nur schlechten Erfahrungen in der Seidenraupenzucht im Vorarlberg berichten Weizenegger-Merkle in der Heimatkunde für Vorarlberg, aus- gegeben 1839. Erst nachdem in der benachbarten Schweiz und im Vor- arlbergischen die Versuche im 
Wesentlichen schon negativ ver- laufen waren, wurde auch im Fürstentum 
Liechtenstein diese Sache aufgegriffen. Schriftliche Aufzeichnungen oder gar gedruckte Berichte über die Seidenbaukultur im Fürstentum Liechtenstein fehlen. We- der ist im Regierungsarchiv ein diesbezüglicher Akt zu finden, noch hat sich die damalige 'Landeszeitung je damit befaßt, 
ein Umstand, der darauf schließen läßt, 
daß diese Versuche ganz auf private Ini- tiative 
zurückzuführen sind und nicht etwa von der Regierung ange- regt worden waren. Durch die 
folgenden Zeilen fall nun versucht werden, all das, was noch 
von diesen Experimenten erfahren werden konnte, festzuhalten. Es war mir nicht möglich festzustellen, in welches Jahr der Beginn des 1. Versuches fällt. 
Als sicher aber darf angenommen werden, daß in Schaan damit begonnen wurde und zwar durch Andreas Hilti, der eine bis anhin 
gutgehende Frächterei betrieb. Dieser Andreas Hilti pflanzte vorerst auf seinen großen und zahl- reichen Grundstücken, die hauptsächlich auf den „Mähdern" lagen, eine beträchtliche Anzahl Maulbeerbäume.^) 
Von dieser -Pflanzung stehen heute noch zehn Stück. Im Jahre 1936 wurden an der Mähdergasse 6 Maulbeerbäume gefällt, 
weil diese anläßlich der 1927er Rheinüberschwemmung starken Schaden gelitten hatten. >> So wurde die Rauve des Seidenspinners damals allgemein benannt. > Hilti pflanzte die Maulbeerbäume stets der Straße und dem Entwäs- serungsgraben entlang.
        

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