83 - Nachbaren oder Verwandten zue Stubeten gehen wollten, das soll ihnen uuverwehrt, aber doch alle leichtfertige Gesang und Worte verboten sein". Von Hochzeitstagen und Schenkungen. „Bishero ist bei den gehaltenen Hochzeiten ein merklicher überflüssiger Kosten aufgegangen, womit gleichwohl den Hoch- zeitlichen ganz und gar nichts gedient und doch mancher Seckhel dadurch leer geworden, uno hete vileicht der mehre Theil das verzerte Geldt wol sonsten in ander Weg zue Haus nothdürftig brauchen mögen." Es sollen daher ärmere Leute, die nicht über 200 Guldcu zusammenbringen, zum Hochzeits- mahl nicht über ? 2 Personen laden, reichere nicht über 30—40. Der Wirth darf für eine Männsperson höchstens 5Bazen, sür eine Weibsperson 4 Bazen ausrechnen, auch „darf sonsten von den Hvchzeitsleuten nichts weiters darzue geschossen werden". Die Hochzeit darf nicht länger als anderthalb bis zwei Tage währen, die „Nach- oder Gesellcntäg" sollen aber ganz und gar abgestellt seiu. „Und dieweil auch bishero an den Hochzeiten mit den Geschenken und Verehrungen ein großer Mißbrauch gewesen," wird angeordnet, daß ältere Personen höchstens 1 fl, Witwen 8 Batzen, ein Junggesell oder eine Jungsrau 3—5 Batzen schenken dürfen. Eltern und nächste Anverwandten der Braut- leute können hingegen nach ihrem freien Willen, schenken. Das Nachziehen zu der Hochzeit aus eiuer Herrschast in die andere, oder aus einem Orte in den andern, wird verboten, es sei dann Jemand von den Hochzeitern speziell dazu geladen. Ledige junge Gesellen dürfen zu einem „öffentlich ehrlichen züchtigen Tanz" aus eine halbe Meile nachziehen, sollen sich aber „allda züchtig und bescheidentlich halten". Die Nichteinhaltung der gegebenen Vorschriften hat Strafen von 1—5 Pfnnd zur Folge. Die hier auszugsweise mitgeteilten Verordnungen sind offenbar nicht zu gleicher Zeit entstanden, sondern auf Grund einer Reihe von Reichsnbschieden, welche sich Ende des fünf- zehnten Jahrhunderts und im sechzehnten .Jahrhundert wieder- holt mit den gleichen Polizeivorschriften befaßten und den Reichs- ständen zur Einführung empfohlen worden waren, zustande
        

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