— 10 — vergelten, und mit inniger Seelemvonne merden die Aeltern vom Himmel ans uns herabschauen." Einen sehr schönen Brief hatte Peter schon während der Krankheit der Mutter am 7. Oktober 1813 an feinen Bruder Jakob geschrieben, der ihn um Rat angegangen hatte. Wir haben da einen von Liebe zu seiner Familie und zu seinen Mitmenschen durchdrungenen christlichen Philosophen vor uns, der das Verhalten des Bruders als desjenigen, auf welchem nun die Führung der Haushaltung der Hauptsache nach lastete, innerhalb der Familie, sodann gegenüber den Nachbarn und anderen Mitmenschen, besonders auch den dürftigen, endlich auch denjenigen gegenüber, die ihn hassen würden, nach den Grundsätzen der reinen Menschenliebe und christlichen Moral regelt. Dieser Brief ist einer der schönsten, die von Peter Kaiser aus seiner Studienzeit aufbewahrt worden; Peter zählte damals zwanzig Jahre. Was überhaupt diese Briefe Kaisers aus seiner Studien- zeit anbelangt, geben sie uns eiu schönes Bild seiner edlen Denkart, der erhabenen Auffassung seiner Aufgabe als Student, sodann seiner feinen Bildung. Sie sind vielfach stilistisch form- vollendet, stets mit schöner Hand geschrieben. Und wenn das viele Bitten um Geld einem auffallen sollte, so darf man nicht vergessen, daß er es notwendig brauchte, notwendiger als. die Seinen zu Hause sich vielleicht vorstellen konnten. Wiederholt beteuert er, wie er sich einschränke und bis zum Erkranken durch Unterricht als Hofmeister (bei der Familie v. Teltscher) sich abmühe, um den Seinigen die Last zu erleichtern. „Den ganzen Tag muß ich lehren und lernen, und in der Nacht größtentheils bis 12 und 1 Uhr für mich selbst arbeiten, und dann um 5 Uhr aufstehen, die Schüler aufwecken, und bis 7 Uhr sie unterrichten. Dies ist wahrhaftig! eine sehr große Arbeit, die mich kränklich macht und die größten Kopf-Schmerzen ver- ursacht. Weswegen ich auch v. 6. d. M. bis 14. d. M. das Bett hüten mußte" (Brief an feine Mutter vom 16. Dez, 1812). Und in dieser angestrengten Arbeit ließ er nicht nach, steigerte vielmehr dieselbe noch in den folgenden Jahren, so daß- sich zu den Kopfschmerzen noch solche auf der Brust einstellten. „Es mag das die Ursache seyn", schreibt er diesbetreffend am
        

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