— 76 — Strafe weder um uoch ohne Geld etwas verabreichen. Trunken- bolde bringen Weib und Kinder in Armut und Kummer/sind nicht Hausväter zu nennen, sondern „üppig leichtfertige Wein- schläuche und volle Zapfen, die man weder zu Gericht-, Recht- oder anderen ehrlichen Aembter befördern, auch billich kein Bidcrmann einem solchen verrückten Tropfen sein ehrliche Toch- ter zue einem Weibe anvertrauen solle." Das Zutrinken, welches der Wirt mit guten Worten ab- stellen soll, ist bei Strafe verboten. „Wo auch einer aus unziemlicher Trunkenheit eine Uebel- that begienge, der soll dessen als ein Vollsäufer desto weniger Gnad und Entschuldigung haben, sondern noch um so viel höher bestraft werden." Vom Faulenzen und den Müssiggängern. Vor dem Müssiggang „der Mueter böser Laster" wird eindringlich gewarnt. Gewohnheitsmäßige Müssiggänger sollen von den Amtspersonen zur Arbeit angehalten uud, wenn solche Ermahnungen nichts fruchten, des- Landes verwiesen werden. — Den Eltern wird ernstlich geboten, ihre Kinder, sobald die- selben das siebente Jahr erreicht haben, nicht „müessig gehen, noch auf der Gassen herum laufen zu lafsen", sondern in die Schule zu schicken und zur Arbeit zu erziehen. Wenn die Eltern oder Vormünder diesem Gebote trotz wiederholter amt- licher Mahnung nicht nachkommen, so sollen dieselben in eine „gebührende Geldstraf genommen werden". Fremde Spielleute, „Gauggler, Springer, Singer, Sprecher, Hofierer oder andere dergleichen uuandächtige Purft, welche sich in die Wirthshäuser legen, schlemmen, und dadurch anderen zue Prassen, verderblich Verschwenden Ursach geben", dürfen nicht länger als ein Tag und eine Nacht beherbergt werden. Ein längerer Aufenthalt ist mit Gefängnis oder einer anderen Strafe zu ahnden. Von unnütz cn Haushaltern und Verschwendern ihrer Güter. Den Ambts- und Gerichtsleuten, den Weibeln und Ge- schwornen wird aufgetragen, „einen, der anfange seine und seines Weibs Güter leichtfertiger Weis zu verschwenden", vor das Amt zu bringen, damit er da bei Androhung weiterer
        

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