— 73 — Wirtschaften dürfen morgens während des Gottesdienstes nichts feil haben bei Strafe, die im Wiederholungsfalle erhöht wird und zum dritten Male auf Gefängnis (1 Tag und 1 Nacht) lautet. Vom Gott es lästern, Fluchen und Schwören. Es wird geklagt, daß das Gebot, das Fluchen und Schwören zu unterlassen, von „vilen Menschen, Jung und alt, Manns- und Frauenpersonen, Gott erbarms, vilfältig und leichtfertig überschritten" wird, wodurch der allmächtige Gott schwer be- leidigt werde, „mancherlei Theurung, Hunger, Krieg, Mißwachs, Krankheit, Pestilenz und andere Strafen oft entstanden" seien. Es wird daher angeordnet, daß die Priester, welche dem Gottesdienste vorstehen, in ihren Predigten ermähnen/ „die gräuliche Gotteslästerung, das Fluchen und Schwören bei dem heiligen Leib unseres Herrn Jesu Christi, den hochheiligen Sakramenten, auch der Jungfrau Maria oder den Heiligen" gänzlich zu unterlassen. Die Priester selbst sollen „ihnen den Pfarrkindern hierin ein feines, ehrbares Exempel erweisen, ein gutes rühmlich Leben, Handel und Wandel führen, desgleichen die Ambts- und Gcrichtsleuth; und sonderlich alle Hausvätter uud Müther sollen nit allein für sich selbsten das sündlich Fluchen und Schwören verlassen", sondern auch bei ihren Kindern, Dienstknechten und Mägden dasselbe nicht dulden. Diejenigen, welche trotz der Ermahnungen der Priesterschaft dem Gebote freventlich zuwider handeln, sollen gestraft werden. Wenn jedoch einem aus Zorn und ohne böse Absicht „ein Schwur entwischte" und er nachher solches Tun bereute, so „mag man mit dem etwas dispensieren und Geduld haben". — „Die Jungen aber, welche Tag und Nacht im Würthshaus ligen, üppig und leichtfertig leben, fluchen und schwören, sich übermäßig anfüllen und zu Zankh und Hader Ursach geben, die sollen gefänglich angenommen, der Gebühr nach gestraft, und bis sie wohl ernüchtert sind, mit Wasser und Brod im Thurm erhalten werden." Wenn Kinder unter 12 Jahren in Folge mangelhafter Erziehung und verleitet durch das schlechte Beispiel ihrer Eltern oder Vormünder' freventlich und leicht- fertig schwören, so sollen die Eltern oder Vormünder „vor unseren Ambtleuten oder Gericht mit einer Ruthen in Größe
        

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