Wurde im vorvergangenen Jahre in diesen Blättern das Andenken eines Mannes aus unserem Volke verherrlicht, der groß war als Meister der Tonkunst und zugleich als edler Menschenfreund auch der Wohltäter seiner Heimat wurde: so möge der folgende Lebensabriß in uns die Erinnerung an einen Mann der Wissenschaft wachrufen, der aber auch bezüg- lich der Liebe zu seinem liechtensteinischen Heimatlande einen würdigen Platz neben Josef Rheinberger findet, I. 'Meter Kaiser's Jugend- und Studienjahre. Peter Kaiser, bekannt unter dem Namen Rektor Kaiser, wurde den 1, Oktober 1793 zu Mauren im Fürstentum Liechtenstein als das achte von elf Kindern der braven nnd angesehenen Bürgersleute Michael Kaiser und Anna Maria geb, Matt geboren. Der hochbegabte und gemütsvolle Knabe wendete sich ziemlich früh dem Studium der Wissenschaften zu, zuerst an, Gymnasium des benachbarten Feldkirch. Schon 1810 finden wir ihn aber in Wien. Von dort aus schreibt er am 6. Dez. 1810 an seine Eltern, er sei das erstemal unter 55 Schülern der Erste mit keinem Fehler geworden, das zweite Mal mit einem Fehler der Vierzehnte, daraus können sie denken, wieviel gnte Schüler es in seiner Schnle gebe; in Feldkirch sei er mit einem Fehler der Erste geworden, Schulgeld brauche er keines zu bezahlen, weil er Aufseher über die Schüler sei; sonst müsse man 16 Gulden jährliches Schulgeld bezahlen. Doch hatte der wackere Student zuweilen mit Krankheit zu kämpfen. So befand er sich Jänner 1811 in Gefahr, durch den schwarzen Staar das rechte Auge zu verlieren, wurde aber durch Professor v. Friederich geheilt, der ihm, ivie er mit Freuden nach Hause berichtet, nichts abnahm als sür fünf Medizinen die kleine Summe von 3 Gulden 17 Kreuzer (Brief vom 12. Jänner 1811, welchen er dem Gesetze des Doktors, das Auge gar nicht anzustrengen, zuwider geschrieben habe). Im gleichen Jahre 1811 verlor er seinen guten Vater, Rührend sind seine Klagen über diesen Verlust besonders in
        

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