weiß auch von keinem, den er wegen einer Schuldforderung hätte belangen lassen. So ist es nicht zu verwundern, daß Kaiser, als er von Disentis nach Chur übersiedelte, abgesehen von den Anschaffungen an Büchern, nichts weiter erspart hatte als 400 Gulden; diese Summe selbst aber staud bereits als Anlehen bei einer bedrängten Familie und konnte ihm auch später nicht wieder erstattet werden." In Chur hatte sich ein Verein gebildet zur Unterstützung katholischer Zwecke, besonders auch der Hofschute. Gern über- nahm Kaiser das Präsidium dieses Vereines bis zu seinem Tode und betätigte sich mit regem Eifer in demselben. In seinem Testamente vermachte er der Hofschule 200 Franken (der Gemeinde Vigens, die ihm das Bürgerrecht geschenkt hatte, 300 Franken für den Schul- und Armenfond). Wir kommen zum Schlüsse. Rektor Kaiser war allein durch's Leben gegangen, insofern er sich nie verehlichte: aber er war bis zum Abende seines Lebens stets umgeben gewesen von einer großen Schaar wissensdurstiger junger Leute, denen er Lehrer und Erzieher war, von lieben Freunden, mit denen er stets einen regen und anregenden Verkehr pflegte. Er stand in seinem siebenzigsten Lebensjahre, als ihn am 5. Juni 1863 eine Krankheit befiel, von welcher er nicht mehr genesen sollte. Freilich trat eine vorübergehende scheinbare Besserung ein, doch nur von kurzer Dauer. Auch während seiner Krankheit beschäftigte er in Gesprächen mit Freunden sich noch gerne mit Schulangelegenheiten. Dem Tode sah er ruhig und mit christlicher Fassnng ent- gegen. Derselbe ereilte ihn am 23. Februar 1864 in seinem 71. Lebensjahre. Bei seiner Beerdigung auf dem katholischen Friedhof bei der Kathedrale hob der amtierende Priester (Kapuzinerpater) gerade mich seine tiefe Religiosität hervor. Seine Grabschrift auf weißer Marmorplattc, die seit einigen Jahren in die Frontseite der Friedhofkapelle eingelassen ist, lautet: 3
        

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