— 36 — „Sollten sie einige Wirkung haben, so würde es mich deßwegen freuen, weil die guten Folgen, die daraus entstehen würden, deutlicher für ihre Wahrheit und Verbreitung sprechen würden, als es die Worte eines Menschen vermögen. Denn die guten Folgen unserer Handlungen kommen aus Gottes Hand! St. Luzi, 25. November 1848. Euer Freund nnd Mitlandsmann Peter Kaiser." V. Schluß. Dem Bilde des gelehrten nnd wackern Mannes, welchem wir auf seinen wechselvollen Lebenspfaden gefolgt sind, haben wir noch einen lieblichen Zug beizufügen: seine opferwillige Mild täti gleit. In dem Nachrufe: „Zur Erneuerung ?c." lesen wir zu seiner Wirksamkeit in Disentis, wo er, wie schon bemerkt, eine außer allem Verhältnisse zu seinen Leistungen stehende kleine Besoldung genoß: „Wie oft sagte er zu seinen Schülern und Freunden: „„wie verdienen wir den Namen Christen, ivie verdienen wir es, daß Gottes Sonne uns bestrahlt, wenn wir das erste Gebot Christi, das der Liebe, nicht befolgen? wenn wir einander nicht helfen und beistehen nnd sogar unsern Feinden Böses mit Gutem vergelten?"" Aber er blieb nicht bei den schönen Worten stehen, sondern seine Wohltätigkeit ging soweit als seine Mittel reichten. Viele seiner ehemaligen Schüler müssen bezeugen, von ihm ansehnliche Unterstützungen zu ihren Studien erhalten zu haben. Es gab Söhne armer Eltern, für welche er die Hälfte des jährlichen Konviktgeldes bezahlte; andern schaffte er Bücher und die Schreibmaterialien an. Man weiß, daß ganze Familien in der Nachbarschaft des Klosters von ihm unterstützt wurden. Ein altes Mütterchen stellte sich jeden Sonntag nach dem vormittäglichen Gottes- dienst ans dem Klostergange ein und wartete dort unter der lärmenden Schaar der Schüler, bis „der gute Herr" kam. Was das Mütterchen erhielt, weiß niemand; jedermann aber wnßte, daß es einer blutarmen Familie angehörte, die nicht betteln ging. Viele andere kamen zu ihm ihre Not und Bedrängnis zn klagen; er entließ keinen ohne Trost und Hülse, und man
        

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