— 221 — Ferner teilte der Vorsitzende mit, daß das vor einigen Jahren zirka 100 Meter oberhalb der Schaaner Baum- schule aufgefundene Steinbeil — der erste steinzeit- liche Fund in Liechtenstein — durch os-ncl. Mil. Albert Schaedler, dem bekannten Anthropologen Professor Ranke in München vorgezeigt worden sei, welch letzterer das Beil als echt erklärt habe. >) Vor dem Schlüsse der Versammlung fand ein vorge- brachter Antrag, demnächst das an historischen Merkwür- digkeiten so reiche Chur zu besuchen, vielfachen Beifall. Die Exkursion fand dann auch am 17. Juli statt und war eine fehr gelungene. Über 20 Vereinsmitglieder — darunter sämt- liche Mitglieder des Vereinsvorstandes — beteiligten sich an derselben. Die Beteiligung wäre eine erheblich stärkere ge- wesen, wenn nicht das eidgenössische Sängerfest, welches zu gleicher Zeit in Zürich stattfand, eine Anzahl Vereinsmitglieder nach diesem Sammelpunkt gelockt hätte. In Chur hatten die Herren Regierungsrat Dr. Plattner im Namen des historisch- i) Das interessante Fundstück aus praehistorischer Zeit wurde jüngst von der fürstlichen Regierung für unser Landesmuseum erworben Eine kurze Beschreibung des Steinbeils, w elche Albert Schaedler, LÄncl. pliil. uns gibt, lautet wie folgt: „Die sehr steile, bewaldete Lage des Fundortes oberhalb der Schaaner Baumschule und die schwache Bedeckung mit dem von Fichten- nadeln durchsetzten Humus, aus dem die Beilschneide hervorragte, lassen es als wahrscheinlich erscheinen, daß das Beil ursprünglich weiter oben lag. Das Material hat eine grünliche Farbe und ist eine Gesteinsart fremden Ursprunges. Die Länge des guterhaltenen Steinbeils betrügt 16 em, die 
Dicke 4>/2 ein und die größte Breite des gewölbten Rückens ö cm, wobei die an der Rückseite und den Seitenflächen verlaufende leistenförmige Kante nicht mitgerechnet ist. Diese Kante des neolithischen Werkzeuges ist insoweit interessant als sie, wie mir Prof. Ranke mit- teilte, von ihm noch nie beobachtet wurde. Das nicht vollendete Bohr- loch, welches zur Aufnahme des Stieles dienen sollte, hat einen Durch- messer 
von 2,3 em und ist cm tief. In der Mitte befindet sich der einein Kegelstumpf ähnliche Bohrkern. In der prähistorischen Sammlung in München befinden sich mehrere derartige Beile mit unvollendetem Bohrloch. Die für den Steil bestimmte Öffnung wurde in der Weise her- gestellt, daß ein Röhrenknochen nach Art eines Quirls in eine drehende Beivegung versetzt wurde, wodurch ein zapfenförmiger Kern zustande kam."
        

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