— 209 - an dem Marke Enercs Eigentumes nagen; Ihr werdet in dem Augen- blicke, in welchem Euch alles zu dem innigsten Danke für Eueren gewiß grenzenlos gnädigen Landesfürsten anspornen sollte, von Menschen, die ich ans Bescheidenheit bei ihren verdienten Namen nicht nennen will, die aber der verdienten Strafe ihres eigenen bösen Gewissens nicht entgehen werden, gereizt, da wo die allgütige Hand Eneres gnädigsten Fürsten nm Euch Wohl nnd Ordnung zn verbreiten beflissen ist, uner- hörte Lasten und Bedrückungen zu träumen nnd zu glauben, daß Euch Ener höchster Landesherr gewisse Rechte benommen habe, in die Ihr wieder eingesetzt zu werden wünscht. Biedere ruhige Bürger eines wenngleich nicht reichen, doch seiner Einfachheit nnd der angewohnten Entbehrnng wegen glücklichen Ländchcns, laßt Euch nicht zn einem Gedanken hinreißen, der schon an und sür sich der schwärzeste Undank an Euerem Landesherr» ist, und der, wenn er zn seinen Ohren käme, jenen hohen Sinn sür Enere Liebe und Gnadcnbezeugnngen vermindern würde, durch den er Euch noch ununterbrochen fort tätige Beweise seines väterlichen Herzens mit eigenen bedeutenden Aufopferungen liefert und Euerem Mangel mit angeborner fürstlicher Huld beispringt. Nicht lange bin ich in Enerer Mitte; allein weil mir das Be- wußtsein eines Biedermannes schmeichelt, weil ich gewiß bin, nicht durch die geringste zweideutige Handlung Euer Zutrauen verloren zn haben; deswegen scheue ich mich nicht, Euch unverzagt vor die Augen zu treten und Euch den Fehltritt, den Ihr begeht, mit natürlichen Farben zn malen und Euch vor Gefahren, die Ihr Ench selbst bereitet und Enere Handlungen in der Folge zu bereuen Ursache haben würdet, zu warnen. Wer war es, der Euch in der letzten langjährigen Kriegsepoche mit seinen eigenen, nicht aus den Einkünften dieses Fürstentumes, sondern aus seiiler Kammerkassa sich selbst entzogenen Geldern bedeutend unter- stützte? Wer war es, der der ärmeren, ja sogar nicht gar armen Klasse Enerer Mitbürger in der 1806er Fehlcrnte mit seinem Körnervorrate beizuspringen befahl? Wer war es, der sogar sein Wohlwollen dahin ausdehnte, daß er bei dritteu Personen bevorrätigte Früchte aufkaufte, um sie dem Dürftigen vorzustrecken? 'Wer war es, der Euch bei Eueren Kirchen- und Schulbaulichkcitcn mit großmütigen Materialienbeiträgen unterstützte? War es nicht Euer gnädigster Laudesfürst, war es nicht Euer huldvoller Vater, der noch bis jetzt an der Landschaft überhaupt bei 30,000 sl, zn fordern hat und dessen Rentamtsansstände bei einzelnen Untertanen noch mehr als einmal so viel betragen? Gegen diesen Eueren größten Wohltäter wollt Ihr nun dem Ge- danken Raum geben, daß er Euch mit unerhörten Lasten beschwere; dies, brave Mäuner, ist um so schwärzerer Undank, wenn Ihr noch nebstbei
        

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