- 161 — suchte das Heer bei Regensburg auf das linke Donauufer zu überführen, was' nur dadurch glückte, daß der Fürst durch stürmische Reiterangriffe ., den . Übergang zu decken vermochte; andernfalls.wäre eine Katastrophe unvermeidlich gewesen. Der Erzherzog rückte nun durch Böhmen nach Nieder- österreich, Napoleon aus der linken Donauseite in der Richtung gegen Wien, das 
am 12. Mai kapitulierte; bei Aspern trafen sich die beiden Heere wieder. Während der zweitägigen Schlacht 
am 21. uud 22. Mai 1809 wurden dem Fürsten,' der sich durch beispiellose Kühn- heit auszeichnete, fünf Pferde unter dein Leibe weggeschossen;, ein Kopflsieb verbog ihm die Metallhülse des grünen Feder- busches, „aber dieser berühmt gewordene zerhauene Federbusch war überall sichtbar, wo die Gefahr'am größten war", sagt Criste, der bei diesem Anlasse eine höchst anschauliche Schil- derung wiedergibt, die Oberstlieutenant (Zöllner, der Adjutant des Fürsten, über dessen Verhalten bei Aspern entworfen hatte. ' Erzherzog Karl bekannte laut und offen, daß Fürst Jo- hann die Schlacht entschieden habe; in dem Armeebefehle vom 24. Mai 1809 gedachte er des Fürsten in folgenden Worten: „Der Herr General der Kavallerie, Fürst Johann Liechten- stein, hat seinen Namen verewigt, Dieses Gefühl und die warme Anhänglichkeit an seine Person verbürgt ihm den Dank unseres Monarchen. Ich kann ihn nur mit dem öffentlichen Ausdruck meiner Achtung lohnen." Mitte 
Juni 1809 rief den Fürsten die schwere Erkran- kung seiner Mutter aus dem Kriegslager nach Feldsberg; am 27. Juni hauchte sie ihren Geist sanft und schmerzlos in den Armen ihres einzigen geliebten Sohnes aus. )̂ Fürstin Maria Leopoldine, allgemein „die Franzin" genannt, 2) war eine edle Frau, die in ihren jüngeren Jahren schon am Hofe der Kaiserin Maria Theresia gerne gesehen war und auch jenem Zirkel vornehmer Damen angehört hatte, den Kaiser Josef mit Jakob von Falke, dessen Angaben sonst sehr verläßlich sind, bezeichnet in seiner „Geschichte des fürstlichen Hauses Liechtenstein", (III. Wien 1882, S. 244) irrig den 5. April 1800 als Todestag der Fürstin. 2) Vgl. Adam Wolf, „Fürstin Eleonore Liechtenstein" (Wien 187S), S. 113 u. ff.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.