— 160 — Entgegen den Zusicherungen, ' die Napoleon in Nased- lowitz gemacht hatte, steigerten sich' seine Forderungen ins maßlose; im kaiserlichen Hauptquartier zü Höllisch herrschte dagegen völlige Ratlosigkeit. Die Konferenzen blieben in Brünn ohne Ergebnis. Am 20. Dezember wurden sie nach Preßburg verlegt. Der Fürst drängte zur Entscheidung, weil' er sah, wie jeder Tag des Zuwartens neue Ansprüche Napoleons zeitigte; endlich wurde am 27. Dezember 1805 im'Primatial- sanle zu Preßburg der Friede unterzeichnet, und schon 'am 1. Jänner 1806 wurden die Ratifikationen ausgewechselt. So drückend die Friedensbedingungen waren, es war nur den patriotischen, Bemühungen des Fürsten Johann zu verdanken, daß sie nicht noch härter ausfielen. Laute Ovationen begrüßten den Fürsten als Friedens- bringer in Wien; Kaiser Franz . aber verlieh ihm arn« 12. Fe- bruar 1806 den Orden des goldenen Vlieses und sprach ihm bei diesem Anlasse den wärmsten Dank sür die. in den schweren Tagen mit hingebender Selbstverleugnung geleisteten Dienste aus. — - . . - , Großes Aufsehen erregte es, als auch Napoleon dem Fürsten ein Zeichen seiner Wertschätzung gab, indem er ihn, ohne daß der Fürst irgendwelche Schritte getan hatte, in den 1806 begründeten Rheinbund aufnahm; wir besprechen dieses Ereignis näher in dem zweiten Abschnitte gegenwärtiger Darstellung. - Am 18. Dezember 1806 wurde der Fürst zum komman- dierenden General in Ober- und Niederösterreich und Kom- mandanten der Stadt uud Festüng Wien' und am 9. Sep- tember 1808 zum General der Kavallerie ernannt; das Jähr 1809 rief ihn wieder zu den Fahnen. Am 30. MWz 1809 war das von dem bekannten Staatsmanne und Publizisten Fried- rich von Gentz verfaßte berühmte Kriegsmanifest erschienen: 'der Krieg gegen Frankreich ' wär beschlossen. Fürst Johann, der den Befehl über das I. Reservekorps erhalten hatte, begab sich anfangs April zur Armee; schon- am 20. April gelang ihm die Einnahme der von den Franzosen besetzten Stadt Regens- burg; Erzherzog Karl, am 22. April bei Eggmühl geschlagen,
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.