— 13 — liche Verbindungen bildeten, die unter einander einen fort- währenden Verkehr unterhielten. Daß diese Burschenschaft auf Kaiser's damals ohnehin etwas romantisch angehauchtes Gemüt )̂ Eindruck machte, ist leicht erklärlich. Ihn, der durch seine historischen Studien sein Herz für die ehemalige Größe Deutschlands erwärmt hatte, konnte der damalige Zustand des durch furchtsameu Büreau- kratismus und kleinliches Niederhalten patriotisch-deutscher Bewegungen flügellahm gehaltenen Landes nicht befriedigen. Nun strebte aber gerade die Burschenschaft die Pflege des in den Befreiungskriegen erwachten nationalen Bewußtseins an, nnd wollte überdies den, rohen Renomistentum der alten Lands- mannschaften an den Universitäten einen Damm entgegensetzen, Sittlichkeit und wissenschaftliches Streben fördern. Freilich bekam die Burschenschaft nach und nach immer mehr den Charakter einer politischen Verbindung, deren Bestreben gegen die bestehende Ordnung gerichtet war. Die Negierungen waren nun, wie es sich nach dem Gesagten nicht anders erwarten ließ, von Anfang an gegen die Burschenschaft mißtrauisch, und als dann am 23. März 1819 Kotzebue, der berüchtigte Schauspielschreiber und häßliche Denunziant der deutschen Studenten nm Petersburger Hof, vom Studenten Karl Sand, einem politischen Fanatiker, zn Mannheim ermordet wurde, schrieb man diese verwerfliche Tat der Burscheuschaft auf's Kerbholz, obwohl diese an dem Morde keine Mitschuld hatte; und es erfolgte auf Grund der Karlsbader Beschlüsse vom 20. Sept. 1819 die gesetzliche Auf- lösung der Burschenschaft in den deutschen Staaten. Dieselbe bestand jedoch im Geheimen fort, um 1827 wieder auf die politische, Bühne zu treten, nun freilich mit ausgesprochenen revolutionären Ideen. .,, Dieser allgemeinen deutschen Burschenschaft nun also, in ihren ersten noch ziemlich harmlosen und idealen Anfängen, hatte sich Kaiser in Freibnrg angeschlossen; und das war bestimmend für seine ganze folgende Wirksamkeit. Er mußte Einen Beweis für diese Gemütsverfassung bietet ein längerer Passus in seinem vorhin erwähnten Brief vom 8. Sept. 1812: Da „möchte er die Welt umfassen und sie im Herzen tragen" u. s. w.
        

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