— 99 — Durch die Grabungen 1935/36 auf der Südkuppe und die Untersuchungen in den Iahren 1947, 1948 und 1949, die haupt- sächlich die Nordkuppe betrafen, sind nun die Besiedlungsverhältnisse auf dem Borscht ziemlich abgeklärt. Sie haben für die prähistorische Besiedlung unseres Gebietes sehr wertvolle neue Ergebnisse gezei- tigt. Erstmals konnte hier, im eigentlichen Alpengebiet, ein Sied- lungsplatz der jungsteinzeitlichen Rössener Kultur nachge- wiesen werden, nachdem vor einigen Iahren schon auf Gutenberg die Scherben eines einzelnen Gefäßes dieser Kultur gefunden wurden. Mit den Niederschlägen dieser Kultur auf dem Borscht ist der Beginn der Besiedlung unseres Gebietes schon im Vollneo- lithikum — etwa um die Mitte des dritten Jahrtausends v. Chr. — erwiesen. Um 2606 v. Chr., am Ende des Neolithikums, treten aus dem Borscht neue Bauernkulturen auf. In einer oberen neolithischen Schicht lagen Funde der Michels b er g er und Horgener Kultur, erstere nur schwach, letztere gut vertreten, und neben der charakteristischen Keramik auch mit typischen Eerätefunden, Steinsägen und Beilfassungen belegt. Die frühe Bronzezeit (ca. 1800 — 1560 v. Chr.) ist besonders gut vertreten. Sie ist in einer klaren Schicht gut ausge- prägt, die reichlich Keramikfunde ergab. Bronzefunde aus dieser Periode sind allerdings spärlich. Die vielen Steingeräte und Knochengeräte, die neben der frühbronzezeitlichen Keramik erschei- nen, lassen an einen recht frühen Abschnitt der Bronzezeit denken. Neben der schönen eisenzeitlichen Wallanlage nehmen sich die wenigen Funde aus der letzten Besiedlungsperiode sehr bescheiden aus. Sie gehören wahrscheinlich größtenteils in die ältere Eisenzeit (Hallstattperiode ca. 866 — 466 v. Chr.). Hild (Jahrb. 1935 und Jahrb. 1936) weist verschiedene Funde der oberen Schichten dieser Periode zu. Auffallend sind die vielen Schlackenstückc, die auf Eisenverarbeitung in dieser Zeit auf dem Borscht schließen lassen. Geräte aus Eisen aber fehlen fast ganz. In allen Schichten wurden viele Tierknochen als Mahlzeitübcr- reste gefunden. Der Borscht ist nun eine der am besten untersuchten Eesamt- anlagen in einer weiteren Umgebung. Seine Eigenart als befestigte Randsiedlung tritt klar zutage. Eine zusammenfassende Unter-
        

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