— 31 — Königen ausdrücklich bestätigen lassen, damit sie durch Brief und Siegel gegen joden möglichen Einmischungsveösuch der Reichsgewalt in ihre Angelegenheiten rechtlich geschützt sind. Man ersieht daraus, daß das Wesen der Landeshoheit zum guten Teile durch ihrrecht - liches Verhältnis zur Reichshoheit bestimmt wird. Immerhin scheinen auch noch andere Umstände und Verhält- nisse an der Entwicklung zum Territorialstaat mitbestehend gewesen zu sein. 
Diesbezüglich ist auf eine Besonderheit der Verhältnisse gerade innerhalb des Gebietes des ehemaligen Herzogtums Schwaben hinzuweisen gegenüber den übrigen Reichsgebieten. 
Hier ist seit dem Tode Konradins von Hohenstaufen im 
Jahre 1268 die Herzogsge- walt erloschen und das Herzogtum in eine Unzahl kleinerer und größerer Herrschaften zerfallen, die damit reichsunmittelbar wurden. Trotz dieser Zersplitterung 
aber ist gerade in Schwalben der Reichs- gedanke stets lebendig geblieben, bis das Reich im 
Jahre 1866 nach tausendjährigem Bestände aufgelöst wurde. Es war, wie ein Rechts- historiker sagt, mehr eine große Idee gewesen als eine juristische Staatseinrichtung. Wir sehen aus dem Gesagten die Bedeutung der Begriffe Reichsünmittelbarkeit, Landeshoheit und Reichsstandschast. Ohne Reichsunmittelbarkeit keine Landeshoheit, ohne Landeshoheit keine Reichsstandschaft und ohne Reichsstandschaft vermutlich kein Inte- resse des Fürsten Hans Adam für den Erwerb der für ihn doch sehr abgelegenen Landschaften und ohne dieses Interesse kein Reichs- fürstentum Liechtenstein und damit auch nach Auflösung des Heili- gen Römischen Reiches kein souveränes Fürstentum Liechtenstein. Im gleichen 
Jahre 1866 aber wurde das Reichsfürstentum Liechtenstein durch 
Napoleon I. zu einem Rheinbundstaat gemacht und damit zu einem Staatswesen mit voller Souveränität 
ausge- staltet. Als souveräner Staat hat 
Liechtenstein sich seither bis zum heutigen Tage erhalten trotz aller Stürme und Erschütterungen, denen Europa während dieser Zeit ausgesetzt war. Ein freies Volk in einem freien Staat unter der Leitung seines angestammten Fürstenhauses. Daß dieser Zustand im Sinne unserer heutigen 
Ver- fassung, die eine glückliche Kombination monarchischer und demo- kratischer Grundsätze enthält, weiter dauern möge bis in die fernste Zukunft hinein, 
das ist mein und aller Liechtensteiner aufrichtiger Wunsch.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.