104 - Der Rückzug der kaiserlichen Soldaten erfolgte, das ist für den Ortskundigen klar, über Gafadura. Es ist indessen kaum anzuneh- men, daß die kaiserlichen Truppen sich gleich bis in den Walgau zurückzogen, sondern alles spricht dafür, daß sie sich an einer gün- stigen Stelle verschanzten. Feldkirch war in diesem Kriege durch ein ganzes System von Schanzen gesichert. Nun hatten aber genau 300 Jahre früher, im April 1499, die Eidgenossen in beträchtlicher Stärke die Gafadurahöhe erklommen und die Verteidiger von Feld- kirch im Rücken angegriffen und damit die Schlacht von Frastanz zu ihren Gunsten entschieden. Daß diese geschichtliche Tatsache auch 399 Jahre später von den Vorarlbergern noch nicht vergessen war, beweist wohl eindeutig der Umstand, daß in Frastanz noch bis vor etwa 59 Jahren jeweils am dritten Tage der Bittwoche bei der Einsegnung der Felder ein Gebet für die damaligen Gefallenen verrichtet wurde. Bei dieser Gelegenheit wurden die Gläubigen auch stets an den Verräter Uli Mariß der den Eidgenossen den Pfad über Gafadura gezeigt hatte, erinnert. Alle diese Ueberlegungen bestärkten mich in der Vermutung, daß wir es hier mit den Spuren einer Wehranlage und zwar offen- kundig aus dem Jahre 1799 zu tun haben. Diese Vermutung wurde dann zur Gewißheit, als meine Nachforschung in Planken ergab, daß dort die mündliche Ueberlieferung aus dieser Zeit noch erhalten ist. Herr Altvorsteher Ferdinand Veck, mit dem ich mich über diesen sonderbaren Graben unterhielt, erklärte spontan, daß das der Ueber- rest der Schanze aus den Franzosenkriegen sei. In Planten konnte ich dann weiters noch erfahren, daß die Altvordern auch erzählten, die kaiserlichen Truppen hätten ferner ziemlich viel Tannen geschlagen, um den eventuell angreifenden Franzosen Holzklötze entgegenkollern lassen zu können. * » In Planke» wird auch, so erfuhr ich bei meinen Nachforschungen, die Entstehung des Flurnamens „Matona" auf die Franzoseneinsälle zurückge- führt. Die Plankner hätten nämlich ihre Frauen und Kinder vor den an- rückenden Franzosen in den hoch über Planken gelegenen Wald geflüchtet und die feindlichen Truppen hätten sich nicht durch das felsige Gebiet dort hinauf gewagt. Die Soldaten hätten aber mit erhobenen Fäusten hinaus- geslucht und dabei das Wort ..Madonna" verwendet. Hier geht die Volks- meinung entschieden fehl, denn I. verwendet wohl etwa der fluchende Italiener das Wort ..Madonna", nicht aber ein Franzose und 2. ist der Flur- name ..Matona" schon 1613 in Urkunden erwähnt lsiehe Sammlung liechtensteinischer Orts und Flurnamen von Joses Ospelt).
        

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