- 69 - St. Martinus nicht das Haupt krönt, denn sie wird ihm von einem Herzusliegenden Engel überbracht. (Abb.' 13) Ais ein Detail mag noch erwähnt werden, das; der Mantelsaum dieser Halbfigur dieselbe charakteristische Zier von diamantsörmigen Steinen aus- weist wie sie an den Gewändern der Heiligen Martin und Pirmin in Eschen erscheinen. Kern hatte sich durch dieses Werk in Triesen offenbar so gut eingeführt, daß man sich auch bei weiteren Austrägen an ihn wandte. Nachzuweisen ist dies bei einem Tabernakel, das sich gleich- falls in Triesen erhalten hat. Es handelt sich um ein polygonales Gehäuse in der Form eines Halbteinpels, dem jedoch heute die bekrönende Kuppel sehlt. An jeder der drei Seiten steht vor flacher Nische in Vollrelies eine Figur: in der Mitte der auferstandene Heiland, auf seine Brustwunde deutend, und zu seinen Seiten die Apostel Petrus und Paulus. (Abb. Wir tonnen es aus dem Visitationsbericht entnehmen, dasz dieser Tabernakel nicht mit dem besprochenen Rosentranzaitar hergestellt wurde, wie er denn ja auch nicht auf einen Seitenaltar, sondern den Hochaltar gehörte. Denn wie Bischof Johann die Kirche sah und das neue Werk Kerns vor- fand, da wurde, — wie das Protokoll meldet —das Allerheiligste noch in einer Nische an der Evangelienjeite ausbewahrt, deren Gitter übrigens von der alten in die heutige Gallustirche hinüber- gerettet wurde. Man hat sich also in Triesen verhältnismäßig spät entschlossen, davon abzugehen, das Altarsakrament dergestalt nach deutschem Brauch («i»»,',? eei-muni«»», pflegen die Protokolle zu sagen) aufzubewahren und — wie es die Bischöfe im Zeitalter der Gegenreformation immer nachdrücklicher forderten — ihm in einem Tabernakel auf dem Hochaltar seine Stätte zu bereiten. Bei der Visitation i. I. 1651 war dieser Schritt bereits getan,') sodaß wir also das beschriebene Gehäuse in die Zeit zwischen 164V und 1654 datieren dürfen. Daß es von keinem andern als unserem Erasmus Kern her- rühren kann, davon sprechen die auch hier anzutreffenden Stileigen- tllmlichkeiten des Meisters mit aller Deutlichkeit. Das Haupt des Paulus ist beinahe eine Replik des Gottvaters in den Medaillons Venerstiile Sscrsiissiinum 
>. Bischösl. 
Alch. Mappe 250.
        

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