— 13 — hier r//s«* sicherheitshalber vollinhaltlich gegeben werden. Allerdings, wenn man in der Betrachtung des Liber vivvntium sich noch etwas weiter riskiert und e* mit dem rätischen Reichsurbar von ca. 850 vergleicht, kann man in den Klä- gern nach enger gezogener Hypothese Sarganserländer vermuten. In Sargans nohnte eine Possessoren-Familie, die von Generation zu Generation den Namen Cnnstantiu? fährte. Fin Constantius erscheint 765 im Tellotestarnent als curialis. Ein Constantius von Sargans hatte lt. Reichsurbar um 850 u. a. Besitz im Sarganserland und Lugnez, wo auch ein Constantius die Leutkirche inne hatte. Neben ihm hat da ein Maxantius Besitz. Auch im Lib. viv (MG., Lib. cf. III- 140, 13 — 14) stehen in der Gruob wieder nebeneinander Constantius, Ma- xantius. Auch Italiens, resp. Kdalicus. ist im Lib. viv. (III. 126. 24. 130. 17, 132. 11) fürs Planenland mehrmals bezeugt. Die Verbindung mit Uipelius dürfte nach Maienfeld weisen (Reichsurbar, Wartmann III, n. 814 v. 974/5 und S. 823 n. 86), wonach St. Gallen im 12. Jht. da auch Besitz hatte. Sucht man die Be- klagten unserer Urkunde in Maien feld und die Kläger in Sargans, so erklärt es sich somit, ivarum die Urkunde nach St. Gallen kam (darüber Perret, Heimatblätter a. a. 0). Die Urkunde hat für uns aber noch eine Bedeutung für die Verfassungsgeschichte. Siehe darüber die folgende Nummer. Zur Rechtsgeschichte. Dank des frühmittelalterlichen Prinzips des persönlichen Rechtes lebte im lateinischen Rätien, also auch im Gebiete des heutigen Fürstentums Liechtenstein das römische Recht weiter. Das zeigt sich deutlich aus unseren Urkunden. Es kommen zum Vergleiche für uns zur Haupt- smUe zwei Gesetzesquellen in Betracht: 1. die Juliani epitome latina novellarum Justiniani (Jul. ep.) von- etivas nach 550 (ed. Haenel, Leipzig 1873: vgl. Perret, Fontes ad historiam regionis in Planis n. 141 — 148). Diese Epitome kommt in rütischen und nachbarlichen Handschriften vor, z. B.: Univ. Bibl. Leipzig. Cod. 3499 vom 9 l 10. Jht., im 2. Teil die Lex. Rom. Cur. enthaltend; kirchenrecht- licher Auszug in Cod. St. Gall. 722 vom 8. oder eher 9. Jht., ab fol. 10 die Lex Rom. Cur. enthaltend. Man brauchte in St. Gallen diese Gesetze für die Ro- tiutnen auf den Besitzungen im Vorarlberger Oberland und angrenzenden Liechtentein. II. Die Lex Romano Curiensis (L R C), d. h. das römisch-cliur- rätische Gesetzbuch, das um 750/ 760 entstand. Es ist unsere Hauptquelle. Wir zitieren sie nach der Handschrift des Pfäverser Kloster-Archives, Cod. Fab. XXX (nach allen drei Codices hg. v. Zeumcr, Lex Romana Raetica Curiensis, in MG, Leges V. p. 289 ff; nach Cod. St. Gall. Planta, Das alte Rätien, S. 442 ff.; nach Cod. Fab. XXX Perret, Fontes S. 677 — 968). Unsere Urkunde hat folgende Reminiszenzen: Zu domni Remedi vgl. LRC. II. 1. 6: Moiores vero eausas inter alias persenas qui per scripta in causaeione vrnitint ante seniores prineipes diffiniantnr. Die Lex Romana Wisigotorum sagt statt seniores prineipes: rectorem vero provineiae. — Zu amallaverunt vgl. LRC. IL 1. 2, IL 5. 4, IV. 16. — Zu debuenmt iurare vgl. iurare deltut in LRC. XL 13. — Zum ursprünglichen Sinn der Kreuze vgl. Jul. ep., cap 236: Si in- st rinnen tum lilterarum imperitus eompotiere maluerit, necessarius erit talni-
        

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