— 6 — im Hinblick auf das opus dei licrvortritt, Aspekt der im churräti- schen Material demgegenüber zurücktritt. Im 14. Jahrhundert stehen unsere St. Galler Urkunden dann aber fast ganz im Zeichen des niederen und niedersten Adels, was für unseren Geschichts- ahlauf hei der Einseitigkeit dieses Materials aber keine verallgemein- ernden Schlüsse zulässt. .Nach 1300 stechen nach dem viel mannig- facheren rhurrätischen Stoffe nämlich auch die Grafen von Montfort und von Werdenberg nun deutlich hervor und es beginnt vom Hcrr- schaftsslandpunkt aus •betrachtet die eigentliche gräfliche Zeit, die wie gesagt 1416 ihren Abscliluss findet. Seit dem zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts taucht aber noch ein neues Element an die Oberfläche, nämlich das der gewöhnlichen Leute, woraus eine langsame teilweise Entfeudalisierung des Lebens erfolgen wird, die erst in'der Neuzeit ihre volle Bedeutung gewinnen wird. Es beginnt die bürgerliche Zeit. Natürlich überschneiden sich durchs ganze später' Mittelalter alle diese Elemente, nur je nach den abge- laufenen Generationen in' verschiedener Stärkemischling und in verschiedenem Grade. Wir haben im 1. Bande S. 13 verlauten lassen, dass die einschlä- gigen Churer Urkunden im neuen Bündner Urkundenbuche d i p 1 o- malisch und schriftkritisch behandelt werden. Das erste Faszikel dieses Werkes ist nun 1947 erschienen. Die Pfäverser Urkunden werden die gleiche Behandlung erfahren im geplanten l rkiuidcnhueh der südlichen Teile des Kantons St. Gallen. Von beiden Archiven haben wir in der Einleitung zum 1. Bande S. 13 20 auch wenigstens einen lieherblick gegeben. Schlimmer steht e.s nmi mit den äbtisch — st. gallischen Urkunden. Wenn man nämlich' nur die Liechtenstein berührenden Urkunden herausgreift, bekommt man kein Bild von den verschiedenen Schreibern und ihren diplo- matischen Gepflogenheiten. Zudem sind die St. Galler Urkunden nach sachlichen Standpunkten in verschiedene Kisten und Mappen eingeordnet, und wenn man ihnen eine Urkunde entnimmt, so sieht man ihren Sehrif t-Zusammenhang mit den andern Urkunden der betreffenden Zeit noch umso weniger, ohne man würde -durch Auslegen und vorübergehendes Umordnen eine gewaltige Zeit ver- schwenden. Vom heutigen Standpunkt aus hätte das Wartmann bei der Bearbeitung des Urkundenbuches der Abtei St. Gallen aller- dings tun sollen. Er bat die Krinning der Schreiber, den kritischen
        

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