— 23 — „Die Landt Markhen der Erasfschast Vaduz sachtahn gegen der Herrschaft Schellenberg am Rhein, aufs Schaner Riedt durch welches Schaner Riedt ein großer Fridt graben bis an berg gehet, alda unter dem Schwab brunnen an der Landtstraß ein großer Markstein stehet, So Vaduz und Schellenberg Von einander schaid, da dannen dem gebürg zue in Hennen boden, alda ein Markstein, daselbs bannen gegen der Herrschaft Sonnenberg, in die drey Schwestern, da dannen in die Rothwandt dann im Sa- minabach Vermög Vertrags, zwischen Kaiser Maximilians als Herren zu Sonnenberg und Grafs Rudolf zu Sulz, alss Herren zu Vaduz 1515," usw. Was diesen Passus in dem alten Urbar besonders interessant und aufschlußreich macht, ist der ausdrückliche Hinweis auf einen diesbezüglichen Vertrag zwischen dem Kaiser Maxamilian und dem Grafen von Sulz. Leider ist uns diese Urkunde nicht erhalten geblieben. Hofrat Dr. Rupert Ritter hat in seiner Arbeit „Liechten- steinische Urkunden im Landesregierungsarchiv in Innsbruck", ver- öffentlicht im Jhb. 1936, einen noch erhaltenen Auszug aus diesem Vertrag zum Abdruck gebracht, der aber das fragliche Gebiet nicht berührt. Die Formulierung, „Vermög Vertrags" ließe meines Erachtens den Schluß zu, daß dieser Teil des Erenzbeschriebs (Grenze zwischen Sonnenberg und Vaduz) wörtlich dem vorerwähnten Vertrage ent- nommen wurde und somit der Bergname „Drei Schwestern" schon im Jahre 1515 gebräuchlich gewesen wäre. Dem gegenüber muß ich aber feststellen, daß das 
am 27. August 1515" (also im gleichen Jahre) vom Vaduzer Gerichte aufgenommene Zeugeneinvernahme- protokoll über die Jagdgrenzen der Herren von Sulz den Namen „Drei Schwestern" nicht enthält, obwohl einige einheimische orts- kundige Zeugen über den Verlauf der Jagdgrenze, die in diesem Teile mit der jetzigen Landesgrenze zusammenfiel, ihre ausführ- lichen Aussagen machten. Es darf daher mit einiger Sicherheit ange- nommen werden, daß der Name „Drei Schwestern" für den Punkt 2652,3 m bei unseren Leuten etwa in der Zeit zwischen 1526 und 1666 aufgekommen ist. 5) verarbeitet und verössentl. durch Dr. Gustav Wilhelm im Kilt. 
Jhb. I9l!8,
        

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