— 16 — hochinteressanten Arbeit ist der diesbezüglich aufschlußreiche Satz: „Der Hauptdolomit, der die Gipfel des Drei-Schwestern-Kammes und der Gallinakopfgruppe bildet "zu lesen. Das „Adreßbuch für das Fürstentum Liechtenstein" heraus- gegeben im Jahre 1923, enthält unter anderm auf Seite 7 auch einen Tourenbeschrieb, in welchem der Kuhgrat als der höchste Gipfel der Drei Schwesterngruppe bezeichnet und m. W. in der liech- tensteinischen Literatur zum erstenmal für den Punkt 2052,3 der Ausdruck „Dreischwesternberg" vewendet wird. Im Jahre 1924 gab der auch im Fürstentum Liechtenstein bestbekannte Alpenschriftsteller Walther Flaig seinen „Hochgebirgs- führer durch die nordrhätischen Alpen" heraus und widmete im Band I „Rhätikon" dem Drei Schwesterngebiet seine volle Aufmerk- samkeit. Vor allem behandelt er sehr eingehend die Frage der Na- mengebung. Walther Flaig dehnt den Bereich des Begriffes „Drei Schwesterngruppe" gegen Süden bis Straßentunnel Enalp-Sükka aus und schreibt dann auf Seite 51 seines Rhätikonführers wörtlich: „Da die Namengebung der einzelnen Gipfel in der Gruppe eine be- dauerliche Verwirrung erfahren hat, so sehen wir uns auf Anre- gung sachverständiger Bergsteiger zu einer Richtigstellung gezwun- gen. Eine alte Sage berichtet, daß vor langer Zeit an einem gar schönen Sonntage drei Schwestern, die in Frastanz zu Füssen des Gebirges wohnten, auf die Earsellaalpe hinaufstiegen, sich dort umhertrieben und Beeren suchten für ihre Leckermäulchen, anstatt, wie ihnen befohlen, in die Kirche zu gehen. Da — mitten in den Freuden — erstarrten die drei Schwestern ob der Earsellaalpe zu Stein! Eine Warnung für. alle Zeiten stehen sie noch heute als drei schlanke Felsentürme ob Garsella: „Die drei Earsellaschwestern" oder kurz „Die drei Schwestern". Den Kopf gegenüber den „Drei Schwestern" nannte man deshalb den „Dreischwesternkopf" (2052,3). Er wird falsch und sinnlos heute mit „Dreischwestern" bezeichnet. Die „echten Garsellaschwestern" aber sind — noch sinnloser und in keiner Weise berechtigt — zu „Planknerspitzen" geworden! Wir wissen nicht, woher diese Umnennung kommt, führen sie jedoch nicht weiter. Es ist schon der schönen Sage zuliebe unbedingt nötig, die alte Benennung wieder einzusetzen." Flaigs Rhätikonfllhrer fand, wie schon früher erwähnt, in Liechtenstein eine starke Verbreitung und seine überzeugenden Aus-
        

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