— 85 — darunter liegt eine tiefschwarze, 50 cm mächtige Kulturschicht. In dieser Schicht lagen ein unbearbeiteter Feuerstein, ferner das Frag- ment eines langen Rechteckbeils aus Serpentin und der Nacken einer Lochaxt, fein poliert, ebenfalls aus Serpentin. Diese Funde lassen darauf schließen, daß auf dem Malanser auch das Neolithikum (Jungsteinzeit) vertreten ist. In Graben III fanden wir auch einige Tierknochen. In einer Tiefe von 1 m kamen wir auf den fundleeren Lößgrund. Graben IV, am westlichen Plateaurand. Auch hier liegen wieder zwei Kulturschichten übereinander. Unter dem Humus war zunächst eine braunschwarze Fundschicht, etwa 40 cm mächtig, auf- fällig mit größeren Steinen durchsetzt, besonders gegen den Plateau- rand zu. Man könnte hier an die eingestürzten Reste einer einstigen Wallanlage denken. In dieser oberen Schicht lagen drei Graphit- tonscherben mit Kammstrich, die auf eine Besiedlung des Platzes in der späteren Latene-Zeit deuten, und die bei uns auch andernorts (Eutenberg und Lutzengüetle) gefunden wurden'). Die tiefere Fundschicht war bedeutend dunkler und 50 cm stark. Darin fanden wir einige Tierknochen und etwas Keramik, so auch die beiden Scherben in Abb. I, 3 und 4, die eine fein und dünn- wandig, die andere derber, mit zwei Tragwarzen. Graben V, am südwestlichen Rand der Mulde. Am Profil dieses Sondiergrabens ist die wiederholte Aufschüttung von Löß auffällig. So erscheint gleich unter dem Humus die Erde gelb und lößartig und geht erst allmählich in eine dunklere Schicht über. In dieser obersten Kulturschicht fanden wir den Standring eines Gefäßes, wohl der Melauner Kultur, wie wir sie ebenfalls vom Eutenberg und vom Lutzengüetle kennen. Dann folgt nach unten wieder eine 25—30 cm tiefe, schwarze Fundschicht mit einigen weni- gen, untypischen Scherben. Dann folgt eine dünne Aufschüttung von Löß und darunter eine 40—50 cm tiefe, intensiv schwarze Schicht, die auffällig steinlos, aber ganz fundleer war. Graben VI, am Rand der Mulde, südöstlich von V. Hier ist in einer Tiefe von 50 cm, unter einer jedenfalls aufgeschütteten 1) Vergl. Jahrb. 1930. A, Sild. Vor- und Frllhgeschichtliche Funde von Balzers. S. 85 und Abb. 3 und Jahrbuch 1937. A. Sild. Lutzengütle. S, 11 und Abb. 15. Vergl. serner die Erabungsberichte vom Eschner Lutzengüetle in den Jahrbüchern 1942—45. 6 .
        

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