— 78 — schlechtem Brand, besonders brüchig und schon durch den Erddruck bis zu kleinsten Bruchteilen auseinandergedrückt. Die größte Fläche, ca. 2 dm^, im Boden noch zusammengehörig beieinander liegen- der Scherbenreste war aus dem unteren Teil und Boden der Urne, ließ aber auf die Eanzform keinen verläßlichen Schluß zu und zeigte nur, daß es sich um ein größeres Gefäß von ca. 20 cm Boden- durchmesser handle. Herr Konservator Hild betont, es müßte sich überhaupt nicht die ganze Urne vorgefunden haben, da es vorkomme, daß auch zerbrochene Geschirre zur Beisetzung der Brandreste be- nutzt wurden. Das Scherbenmaterial ist grob gemägert, von grau- gelbem Brand und schwarz angelaufen. Wie erwähnt, war die Fund- stelle früher bewaldet. So können auch Teile der Scherben im Wurzelwerk, dessen faulige lleberreste noch im Boden vorhanden sind, hochgebracht und dann an der Oberfläche völlig zertrümmert und. verwittert sein. Der Fund lag zudem wenig tief und war so der weiteren Zertrümmerung durch die Witterungsverhältnisse, be- sonders des Bodenfrostes ausgesetzt. So wird die weitgehende Zer- trümmerung des an sich wenig widerstandsfähigen Materials ver- ständlich. Eefäßverzierung und Randstücke sind in den Fundscherben nicht vorhanden. Um so wichtiger ist somit der gute Erhaltungs- zustand der beiden Beigaben. 4. Die Knochenreste sind bis zu kleinsten Ueberbleibseln ver- kohlt und verascht. Dies ist umso bemerkenswerter, weil Hild be- richtet, daß die Leichenreste der Gräber in Bludenz wenig verglutet waren (vgl. A. Hild, Funde der älteren und jüngeren Eisenzeit in Bludenz, Vorarlberg, Mitteilungen der Prähistorischen Konimission der Akademie der Wissenschaften, III. Bd., Heft 5—6. Wien 19391. Die Fundgegenstände gehen in die Sammlung des Hist. Vereins. Zum Abschluß des Fundberichtes sei erwähnt, daß dies das erste Brandgrab in unserem Landesgebiet ist, das einwandfrei fest- gestellt werden konnte, und das zweite vorgeschichtliche Grab unseres Gebietes überhaupt, das zur vorgeschichtlichen Bestattniskultur auf Grund des Fundmaterials einen klaren Beitrag ergibt (vgl. Jahrb. des Hist. Vereins 1941, S. 8V, Bronzegrab in der Au, Eamprin). Das Grab gehört in die Zeit der sogenannten Urnenfelderkultur im Uebergang der Bronze- zur Eisenzeit (Bronze 0 zu Hallstatt ^, Reinecke), grob jahrzahlmäßig ausgedrückt etwa um 900 vor Chr.
        

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