— 75 — Brandgrab auf dem Runden Biichel bei Vaduz. von Anton Fromme» Der „Runde-Büchel" liegt im sogenannten Schwefel südlich von Vaduz auf der Parzelle des Josef Nigg. Kat. Nr. 14, Flur IX (Schloßflur). Er bildet eine kleine Vorlagerung am Fuß der Berg- lehne, wo diese in die Talsohle absinkt. Der kleine Hügel hat den Anschein eines mächtigen Grabhügels, und wer sich um alte Gräber interessiert, glaubt, von der Landstraße aus schon eine vorgeschicht- liche Bestattnisstätte dort sehen zu müssen. Die auffällige Erhebung ist jedoch Naturbildung und besteht aus einer vorspringenden Fels- rippe, überlagert von Löß, Hangschutt und einer mäßigen Humus- schicht, das Ganze rund 10 m hoch und bergwärts fast in der ganzen Höhe an die Vergflanke angelehnt. Die Kuppe hatte früher Wald- bestand! an Fuß und Hang ist teilweise der bloße Fels anstehend. Ich hielt die Stelle schon seit Jahren im Auge, umsomehr als vom Besitzer zeitweilig Material hier abgetragen wird zur Auffüllung anderwärts. Bei einem solchen Abtrag Ende November 1945 wurden einige alte Scherben zu Tag gefördert und in verdankenswerter Weise sofort vorgezeigt. Es war eindeutig vorgeschichtliches Fund- gut, und die Stelle wurde sofort weiterhin untersucht. Die Unter- suchung ergab schnell, daß ein vorgeschichtliches Brandgrab ange- schnitten war, die Bergungsstelle zu einem größeren Teil durch eben erfolgte Grabung schon gestört, der Schutt jedoch und damit also auch das Material noch zur Stelle. Es fanden sich im Schutt Bruch- teile von drei sehr deutlich verschiedenen Gefäßen, etwas Asche und Kohle, sowie verbrannte Knochenreste. Durch weitere sorgfältige Grabung konnten im unmittelbaren Anschluß an den bereits gestörten Teil noch eine größere Anzahl von Scherben in noch ungestörter Lagerung bloßgelegt werden, die ebenfalls den obigen drei Gefäßen angehörten, zur Hauptsache aber die Reste einer größeren Vestattnisurne darstellten. Am Grund dieser Eefäßreste ergaben sich wiederum die Spur von Asche und Kohle und verbrannte Knochenreste, besonders zwei Reste von Röhrenknochen. Das ganze Fundmaterial lag auf sehr gedrängter Fläche von ca. V« m-, mitten auf der Kuppe des Hügels, in Lößlehm gebettet und
        

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