— 66 — Meiner Schätzung nach dürften hinter dieser Sperrmauer in 26 Jah- ren über eine Million Kubikmeter Geschiebe angestaut worden sein. Solche Erfahrungen geben uns eine lebhafte Vorstellung von der geschiebeführenden Kraft des Wassers und seiner formgestaltenden Arbeit. An der Samina beobachten wir den älteren glazialen Tal- körper und in diesen eingetieft den V-förmigen postglazialen (Tal- trog) Talkörper. Die Mündungsstufe des Saminataltroges auf ihrem linken Ufer liegt in einer Höhe von ungefähr 806 m. Sie liegt etwas tiefer als am Stutzberg, am rechten Mllndungsflügel der Samina, was aber ganz dem Eefälle des Jllgletschers entspricht und noch mehr begründet erscheint in der erhöhten Erosionswirkung am linken Mllndungsflügel des Tales. An der Alpe Eafadura und am Stutz- berg liegt die Talschulter in ungefähr 350 m Höhe. Gegen die Jll hin zeigt sie sich mehrfach abgestuft. Diese Stusen entsprechen den Jllterrassen. Auf dem linken Ufer sehen wir talaufwärts den Tal- boden langsam ansteigen, bis er uns am Gaudenzer-Aelpele in einer Höhe von 1000—1100 m Höhe sehr deutlich entgegentritt. Der Alp- boden ist reichlich mit Jllmoränenlehm überdeckt und ein sicherer Beweis, daß der Vühlgletscher der Jll noch weiter ins Tal herein reichte. Seine Grenze haben wir ja südlich der Mündung des Valorsch in die Samina festgestellt. In den glazialen Talboden hat die Sa- mina ein tiefes V-förmiges, manchmal schluchtartiges Tal einge- schnitten und hat in ihnen den anstehenden Flysch, sowohl Flysch- sandstein als auch Flyschkalk freigelegt. Die Sohle der Samina fällt vom Falleck bis ins Oberdorf von Frastanz von 835 m bis auf 500 m. Die Eintiefung der postglazialen Samina zeigt ein Ausmaß von durchschnittlich 200—250 m. Vorsichtig geschätzt wurden in der post- glazialen Zeit 45 Millionen Kubikmeter Anstehendes aus der Sa- mina von der Feldkircher Wasserfassung bis zu ihrer Mündung in die Jll entfernt. Südlich des Lecktobels am rechten Talhang und des Gaudenzer Aelpele wird infolge des vorwiegend harten anstehenden Gesteins (Arlbergkalk und Hauptdolomit) die Talbodenhöhe um ungefähr 100 m gehoben und tritt nur an wenig gefurchten Stellen im Gehänge deutlicher hervor. So finden wir am linken Talgehänge im hier anstehenden Hauptdolomit in 1300—1400 m Höhe einen ziemlich breiten, gesimsartig vorspringenden Eehängeteil, der un- bedingt als glazialer Talboden der Samina anzusprechen ist. Auch am gegenüberliegenden Talgehänge, dem Gehänge des Ziegerberges.
        

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