— 6l — In einem Eebirgslo.no, in dem besonders die kalkigen Gesteine als Hochformen bildende in Betracht kommen, spielt deren Ver- witterung eine wichtige bodenbildende Rolle. Ihr Erzeugnis, meist eckiger Schutt, mitunter aber auch Blöcke in mehrere Kubikmeter fassender Größe, wälzen sich in Form von Bergstürzen zu Tal. Hauptdolomite, Arlbergkalke, Raiblerkalke und Buntsandsteine lie- fern die meisten Bestandteile der Liechtensteiner Bergstürze. Der weitaus größte Bergsturz ist der des Triesenberges. Betrachtet man vom Tale aus die Gegend von Triesenberg-Triesen, so fällt einem sofort das wellige Terrain auf, das mit seinen Formen so typisch für Bergsturzgebiete ist. Eine uralte Ueberlieferung erzählt, daß an der Halde auf der Nordseite des heutigen Dorfes Triefen, unter dem Hügel, auf dem jetzt die St. Mamertenkapelle steht, einst eine Stadt, Trisa oder Trisuna. genannt, gestanden habe, welche durch den Bergsturz begraben worden sei. Die Sage wird gestützt durch Funde von Mauerresten, die im Jahre 1862 beim Bau einer Mühle gemacht wurden. Auch lehrt uns die Geschichte, daß eine römische Heerstraße von Chur (Curia) nach Bregenz (Brigantium) bei Trie- sen vorbeiführte und, um den Rhein zu fliehen, am Gehänge ange- legt war. Nach Art der Bewegung und des Materials ist dieser Sturz ein Felssturz. In der tektonischen Mulde der Trias der Scholle II südlich vom Kulm, bemerken wir auch eine orographische Senkung, die im Paß des Kulm ihre tiefste Stelle aufweist. Diese ganze Senke des Eebirgskammes von der Höhe des Pilatus über den Kulm bis zur größten Höhe des Heubühl, bezeichnet das Abrißgebiet des Triesenberg-Bergsturzes. lleberall fallen die Schichten nach Osten ein. Es sind also die Schichtköpfe, die gegen Westen vorstanden. Das abgestürzte Material besteht im Norden (südlich Rotenboden) haupt- sächlich aus Arlbergkalk, vermischt mit etwas Anisischem Kalk. Die mit niedergestürzten Partnachschichten sind stark zertrümmert und im Vlockmaterial größtenteils aus den unterostalpinen Decken (Kreide der Falknisdecke und Sulzfluhkalk) vermischt mit Bunt- sandstein und Anisischem Kalk. Die Sturzbahn bildet das Gebiet des Triesner Flyschs. Nach dem Abbruch der Felspartien rutschte der Bergsturzschutt auf dem ungefähr 26° geneigten Flyschhang dem Rheine zu. Das die Ebene erreichende Material staute das Nach- geschobene. So bildete sich das wellige Gelände des Triesnerberges. In zwei Zungen, einer größeren bei Triefen und einer kleineren
        

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