— 57 — Schleifwirkung erkennen. Dieser Anschauuung kann ich mich nicht anschließen. Die Meinung, daß die Eletschererosion alle Erhebungen gleichmäßig beseitigen mußte, ist nicht richtig. Dazu wäre Homogeni- tät des Gesteines im ganzen sogenannten übertieften Tale nötig. Diese aber fehlt, wie gerade an den Inselbergen zu zeigen ist. Außer- dem sind mir aus der alpinen Morphologie zahlreiche Fälle bekannt, wo bei Homogenität des Gesteins Erhebungen im Talgrunde selbst bei starker Verringerung des Querschnittes von den Gletschern nicht völlig entfernt wurden. Nun müssen wir aber nach den Studien von Blumer und Meesmann,vor allem in der Säntisgruppe, den Jnselbergen bei Eötzis und Feldkirch und dem Kreidegebirge östlich von Eötzis den Bestand einer vielgestalteten Einbruchszone annehmen, von der das Rheintal zwischen Hohenems und Feldkirch betroffen wurde. Während , einzelne Jnselberge mehr oder weniger ihre Lage behaupteten, sind andere Teile wieder in große Tiefen abgesunken, zum Beispiel an der Nordwand des Kummen, am Sonderberg, in dessen Nähe ich einige Meter von der Bahnlinie eine Tiefe aus breiigem Boden von über 4V m lotete, ohne auf festen Grund zu gelangen. Hier traf der vorrückende Gletscher auf eine in einer Senkung liegende Blocklandschaft, wo er seinen Durch- fluß zwischen den Blöcken und über diese nahm, ohne sie deshalb entfernen zu können. Ueber die geringe Mächtigkeit der Eiserosion habe ich schon an früherer Stelle gehandelt und auf die Täuschungen hingewiesen, denen man leicht unterliegt. Durch Studien der Ver- öffentlichungen W. Schmidt es, Blumrichs aus dem Molasse- gobiet bei Bregenz, Blumers und Meesmanns Arbeiten und eigene Forschungen kam ich zu der Anschauung, daß der ganze Boden- see-Rheingraben eine Querflexur durch die Alpen an der Grenze von Ost- und Westalpen sei, und daß wir im Rheintal ein ausge- sprochenes Bruchschollengebiet vor uns haben. Blumrich erwähnt in einem Sonderdruck aus den „Schriften für Geschichte des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 1937", daß nach Meesmann die beiderseitigen Kreidegewölbe bei Annähe- rung an das Rheintal jedes für sich axial abtauche. Bei der nörd- lichen Gruppe setzt das Abtauchen früher ein und geht tiefer, sooaß sie von der Alluvialebene völlig eingedeckt wird. Die Gewölbe der mittleren und südlichen Gruppe senken sich später und weniger tief, was auch darin zum Ausdrucke kommt, daß einzelne Teile noch als
        

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