— 56 — die Mündung des Eschner Tobels hin. Die höchstgelegenen Moränen- reste findet man unterhalb der Alpe Gafadura in 1466 m wie auch etwas unterhalb von Eaflei. Da auf der schweizerischen Talseite die obersten Moränen in ungefähr derselben Höhe vorkommen (Bütz 1955 m auf Eamperneyalp oberhalb Erabs), so dürften wir in die- ser Breite den Höchststand des Rheingletschers der Bühlperiode in etwa 150V m annehmen. Am Frastanzer Sand treffen wir gemischtes Moränenmaterial bis auf etwa 15VV m Höhe. Da wir dieses nur östlich der Kammhöhe sehen und es zum größten Teil aus Elazial- lehm besteht, dürfte es sich hier zum großen Teil um gestautes Moränenmaterial aus der letzten Hauptvereisung handeln. Am Fuße des steilen Flyschgehänges ob Schaanwald finden wir abge- rutschtes Moränenmaterial mit erratischen Blöcken, teils dem Mo- ränenschutt aufliegend, teils eingeschlossen. Die Konsistenz dieser Moränenmasse dürfte ganz ähnlich der gegenüber dem Pfarrhof in Tisis schon aufgeschlossenen sein. Das Rheintal. Schon lange besteht der Streit über die Ursachen der Entstehung des Rheintales, das schon Richt Höfen als ein tektonisches Tal bezeichnete. Der Münchner Rothpletz spricht von einem ver- bogenen Tal. Er glaubt an eine oder auch mehrere Verwerfungs- spalten, für die er aber keinen Beweis erbringt. Für seine An- schauung spricht die Gegenüberstellung der Ost- und Westflanke des Tales zwischen Chur und Sargans, die in eine Verwerfung von ungefähr 1V00 m darstellen würde. Weiters können wir auch die Beobachtungen am Fläscherberg für den Bestand einer ausgiebigen Verwerfung annehmen. Rothpletz gibt in seinen Skizzen Ver- werfungslinien an, die er nie gesehen haben konnte. Albrecht Penck sprach sich in seinen „Alpen im Eiszeitalter" über Bodensee und Rheintal als den Typus eines übertieften Tales mit trichterförmi- gem Ausgang und schrieb die Gestaltungskraft voll und ganz dem Gletscher zu. Albert Heimhat aber gezeigt, daß eigentümlicherweise die Gletscher gerade die vorspringenden Unebenheiten wie in unse- rem Gebiete den Fläscherberg, den Schellenberg und die Jnselberge bei Eötzis stehen ließen, so will er an ihnen eine schwache glaziale
        

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