— 39 — Der Schrattenkalk ist ein sehr tonarmer, spröder, dunkler, von weihen Kalzitadern regellos durchwachsener Kalkstein. Die Struktur des Gesteines ist bald dicht, bald feinkörnig kristallinisch, häufig oclithisch. In den höchsten Lagen ist er gelegentlich klein brecciös. Auf frischem Bruch ist er dunkelgrau. Seine Anwitterungsfarbe ist weihlich-grau. Sein Bruch ist splitterig. Tektonische Beschreibung. Das Kreidegebiet von Feldkirch. Die tiefste tektonische Einheit der helvetischen Säntis- bis Drus- bergdecke bildet das Kreidegebiet von Feldkirch. Es ist der südlichste Ausläufer des Bregenzerwaldes und verbindet denselben mit dem helvetischen Deckgebirge auf der linken Rheinseite mit der Alvier- gruppe. Die Tektonik der dreieckigen Kreidefläche, die durch die Jll vom nördlichen Kreidegebirge getrennt wird, ist wie dort dieselbe. Nach Schaad gehört das Gebiet St. Michael-Blasenberg zum Ardetzenberg-Eewölbe, das Gebiet Maria Erün-Stadtschrofen zum Stadtschrofen-Holzschlag-Eewölbe. Dazwischen liegt die Feldkircher Synklinale, deren Bezeichnung noch strittig ist, da es sich wahrschein- lich um dem Rheintal längsseitige Brüche handelt, an denen die beiden Gewölbe gegeneinander verworfen wurden. Denn die Stirn- teile beider Gewölbe sind offen, abgebrochen und versunken. Die bei- den Antiklinalen sind nach Süden stark verflacht, mit Einsinken der Achsen. Die obere und untere Jllschlucht verdanken ihr Dasein einem Querbruch, an dem die Blasenberg- und Stadtschrofen-Antiklinale abgesunken sind. Wir befinden uns schon im Einbruchsgebiet des Rheintales, worüber ich schon in den Jahresberichten des Feldkircher Gymnasiums in meiner Arbeit „Das Rheintal von Sargans bis zum Bodensee und seine Nebentäler" (Bericht über das Schuljahr 1935/36) gehandelt habe. Der Jll-Lauf folgt heute einem Quer- profil. Als tiefste Schichten haben wir noch den Schrattenkalk, weit verbeitet ist der Gault. Von Seewerkalk finden wir noch einen kleinen Rest östlich Maria Grün. Die höheren Kreideschichten (See- werschiefer, Amdener Mergel usw.) liegen unter der Moränen- bedeckung Maria Erün-Letzi. Im Steinbruch Tisis sieht man deut- lich das Achsenfallen. Die Schichten des 8.0. Schenkels des Ardetzen-
        

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