— 477 — getreuer Heinrich von Unterwegen, der Alte, vor uns kam und uns ernstlich bat, den Zehnten im Triesner Kirchspiel unter dem Walde wieder von ihm zu nehmen, welchen er von Haintz Stöckli selig erkauft hatte und der ein Lehen unseres Gotteshauses ist. Ein Gleiches bat er auch betreff aller andern Lehen, die er von uns und unserem Gotteshause zu Lehen inne gehabt und genossen hatte. Er bat uns endlich, dass wir diese Lehen Hans, dem ehelichen Sohne Wilhelms von Richenstein, verleihen und zurichten möchten. Er entziehe sich vor uns aller Rechte, die er an den obgenanten Lehen gehabt habe. Indem wir die treuen Dienste, die der ehegenante Heinrich von Unterwegen uns und unserem Gotteshause oft erwiesen hat und die er und der obgenannte Hans von Richenstein, sein Toch- terssohn, uns auch noch fürderhin erweisen mögen und sollen, in Be- tracht ziehen, haben wir dem ehegenannten Hans von Richenstein die obgenannten Lehen mit allen ihren Rechten und Zubehörden recht und redlich verliehen, und verleihen ihm auch mit Kraft dieses Briefes wissentlich, was wir von Rechts wegen davon leihen sollen und mögen, und zwar alles so, wie es der ehegenannte Heinrich von Unterwegen bis auf diesen Tag, da dieser Brief gegeben wurde, innegehabt und genossen hat. Er soll uns der ehegenannten Lehen wegen nach Lehensrecht auch treu, dienstlich und gewärtig sein, so wie es ein Lehensmann seinem Lehensherrn gegenüber in guter Treue und ohne Trug und Gefährdung billig und recht halten soll. Zu dessen Beurkundung haben wir ihm diesen Brief mit unserem anhangenden Siegel gegeben zu Chur am Abend unserer lieben Frau im Herbst, 1413 Jahre nach Christi Geburt. Abschrift im Bisehöfl. Archiv Chur: «Buoch der Vestinen .... anno 1410» (Pergament Umschlagblatt) = Lehenbuch A (Muoth), S. 62. Papier-Band 21X29,5 cm., 175 S. Eintrag vom Hauplsehreiber des Bandes (—S. 132) in gol. Kursive. Am oberen Rand über S. 62: «feria quartä post palmarum». Die Ur- kunde scheint gekürzt und nicht ganz wörtlich überliefert zu sein. Ein Original im Pfarr-Archiv Triesen ist hei Kaiser-Büchel, Geschichte des Fürstentums Liechtenstein, 1923, S. 262, im Gegensatz zu den Urkunden von 1380, 1408 und 1410, nicht erwähnt. Literatur: Muoth, Zwei sog. Aemterbücher des Bistums Chur aus dem Anfang des 15. Jht., S. lf., 6f. und passim und besonders S. 190—191 (26. Jahres- bericht der Hist. Ant. Gesellschaft von Graubünden 1897); Büchel, Jahrbuch des Hist. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 1902, S. 37, 150, 1914, S. 32, 1919, S. 82. 1923, S. 121; Bruckner, Scriptoria Medii Aevi Helvetica I. 1935 S. 125.
        

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