— 474 — lisch billiger anbieten, gönnen und lassen, als jemand Anderem, ohne alle Gefährde. Kauften oder nähmen sie es dann nach unserer Bietung in den ersten vier Wochen nicht zu Pfand, so mögen ich, mein Eheweib und unsere Erben, unsere Rechte an diesem Gut und Erblehen dann versetzen und zu kaufen geben, wem wir wollen oder mögen, doch bei Vorbehalt aller Rechte des gemeinsamen Kapitels zu Chur und ohne Schallen und Gefährdung ihres jähr- lichen Zinses und ihrer anderen Rechte. Zur wahren, offenen und stäten Beurkundung und zur rechtlichen Bewahrheitung, habe ich obgenannter Konrad Wastalos für mich und für mein Eheweib Nesa von Schaan den frommen und bescheidenen Simon Patt- län, Kanzler zu Chur, geflissentlich gebeten, für uns beide und für unsere Erben das Siegel der Kanzlei zu Chur öffentlich an die- sen Brief zu hängen. Das bin ich ehegenannter Kanzler um der ernstlichen Bitte des ehegenannten Konrad Wastalos, Mesmer an unserer Frauen Münster, willen, kenntlich, und zwar ohne Schaden für mich und meine Erben. Dieser Brief ward gegeben am nächsten Mittwoch nach St. Martinstag, im Jahre da man von der Geburt Christi 1412 Jahre zählte. Original im Bisehöfl. Archiv Chur, früher im Domkapitels-Archiv. Pergament 31.5 X 12,8 cm. Gotische Kursive. Lange verzierte Initiale, die bis in die zweitletzte Zeile hinabreicht. Vorlinierung nicht ersichtlich, Zeilenführung indes regelmässig. Durch starke Gravierung vorberändert. Unten ca. 1,9 cm breite Plica, woran in der Mitte an einem Pergamentstreifcn das Siegel hängt, «f S* * SIMON * BATLAN * CANTZLER * ZE * CVR». Im gemustertenSiegelfeldDreierk- schild mit frontalem nach rechts blickendem Adler. Rund, 4.2 cm. — Gleich- zeitiger Rückvermerk: «Littera Reuersalis, Cuonradi Wastalosen Editui Mona- sterij / Curiensis pro vno prato jn Tulue sunt quinque seccature / quod habet in feodum perpetuum. pro annuo censu scilicet / xii Libris metzanorum sub pena deuolucionis jn / festo purificacionis gloriose virginis Marie etc / 1412.» Rechts darunter die Signatur: «E. xxxiiii.» Von Johannes von Nürnherg aus der Mitte des 15. Jht.: «Reuersal Cuonrad Wastalos de prato», dahinter in Humanisten- schrift: «in Tulü» und kursiv: «vmb 5 manmat wisen Zinsen 12. / mezanorum . .>.• Bei der Interpunktion reproduzieren wir die Punkte des Originals; die allzu zahlreichen ganz willkürlich gesetzten haardünnen Komma-Strichlein haben wir hingegen nur dort etwa berücksichtigen können, wo sie zum Verständnis moder- ner syntaktischer Interpunktion entsprechen. Abschrift im Bisehöfl. Archiv Chur, Cartularium A, fol. 234. 1 J als Initiale. 2 o über u. 
3 Circumflex über v. 4 e über a.
        

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