— 460 — soll das obgenannte Gut mit allen Zubehörden von mir und meinen Erben ledig, los und unbeanspruchbar sein und wiederum dem Gotteshause St. Luzi zufallen, und zwar ohne Widerrede oder Ein- spruch. Dass das alles in meinem und meiner Erben Namen fest und stat bleibe und Kraft habe, habe ich obgenannter Claus den frommen und festen Junker Hans F a i 
s 11 i n gebeten, dass er in meinem und meiner Erben Namen sein Siegel an diesen Brief hänge, welches ich für mich verbindlich erkläre. Das gestehe ich Hans Faistli zu, und wegen der ernstlichen Bitte des vorgenannten Claus habe ich zur grösseren Sicherheit mein Siegel öffentlich an diesen Brief gehängt, jedoch mir und meinen Erben ohne (allfälligen) Schaden. Gegeben zu Vaduz am nächsten Freitag vor dem St. Jo- hannstag des Täufers, im Jahre da man von Gottes Geburt 1408 Jahre zählte. Original im Stadt-Archiv Chur, Schachtel 30. Pergament 25,7X13,5 cm Gotische Kursive. Vorlinierung nicht ersichtlich; von der 3̂, namentlich aber von der 4. Zeile an hängen die Linien vorn zunehmends abwärts. Nur der linke Rand ist leicht vormarkiert und zwar ohne Farbe. Unten schwach 2 cm breite Plica. woran ungefähr in der Mitte, etwas gegen links, an einem Pergament- streifen das Siegel Hans Faistlis hängt. «•)• S IOHANS FAISTLI». Im "ledigen Siegelfeld herzförmig zugespitzter Dreieckschild mit (rot) flammendem (grünem) Sechsberg. Siehe Wartmann, Rätische Urkunden, in Quellen zur Schweiz. Ge- schichte 1891, S. 115 und für Joh. Faistli ebd. S. 223. Letzterer Stempel von 1392 ist aber nicht identisch mit dem unserigen. Vgl. auch Abbildung des Siegels Albrecht Vaistlis vom 9. Sept. 1438 bei Cunz, Die Bürger- und Adels- wapprn Vorarlbergs, 2. Teil, S. 73 Fig. 123. Form unseres Siegels rund 2,8 cm. A tergo s. 15 ine: «Dz ist ain brief ab dem trisnerberg», s. 15 med. in tief- schwarzer Tinte mit gotischen Ziffern: «1408» und etwas weniger schwarz: «Trisen/ . . . viij s d. (solid, denariorum) terminus/expiravit». Nach «Trisen», auf derselben Zeile, in brauner Tinte noch ein sehr stark gekürztes Wort. Vorn quer am rechten Rand die moderne Signatur «B. E. 1». Abschriften: Cartularium Beneduranum (B), d. h. deB Klosters St. Luzi zu Chur, ehemals in Bendern, heute im Bisehöfl. Archiv Chur, vom 15. Jht., fol XLI f., unter der Ueberschrift: «Claus Brunner ab dem Trisner- berg/ git viij Schilling pffenning terminus / exspiravit» mit Th. Möhrs Initiale «m» und mit der Jahrzahl «1408», ebenfalls von seiner Hand. «Alte Kopie» in Dr. Albert Schädlers Sammlung liechtensteinischer Ur- kunden (1395—1859). Vgl. A. Schädler, Jahrbuch des Histor. Vereins für das Fürstentum Liechtenstein 1907, S. 108, Regest 4. Regesten und Literatur: J. G. Mayer, St. Luzi- bei Chur. 1876, S. 46; Büchel. Jahrbuch 1902, S. 18 und 156; Ospelt, Jahrbuch 1911 S. 49; Kaiser-lüi« hei. Geschichte des Fürstentums Liechtenstein, 1923 S. 262.
        

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