— 89 — das Oberamt i „Zch bitte Euer Gnaden auch alles um die Betrei- bung dieses nöthigen Kirchenbaues, da wir beinahe ohne Lebens- gefahr darinnen unsere Andacht mehr verrichten können." Den nächsten Schritt unternahm Bischof Carl Rudolf von Chur. Er schrieb am 19. Oktober 1821 an das Oberamt und ersuchte das- selbe bei allen Stellen, die zur Baukonkurrenz verpflichtet seien, den Kirchenbau zu betreiben, da der Zustand der Kirche, wie er bei seiner Visitation festgestellt habe, einen Neubau derselben unausweichlich mache. Das Oberamt ordnete nun eine kommissionelle Untersuchung des Bauzustandes an. Am 15. Oktober 1821 trafen sich in der Kirche als Vertreter der Behörden der Landvogt Joseph Schuppler ron Va- duz, der Rentmeister Eberlin vom kk. Rentamt in Feldkirch und Pfar- rer Lutz für die Gemeinde. Als Bausachverständige fungierten Bau- meister Weih von Rankweil, den das Feldkircher Rentamt mitge- sandt hatte und Maurermeister Anton Säger und Zimmermeister Christof Boh von Vaduz. Den Sachbesund hält das bei dieser Unter- suchung von den Anwesenden gezeichnete Protokoll fest mit den Worten i „Das ganze Eebäud ist aber in einem so baufälligen Zu- stand, dah man keinen Augenblick sicher ist, dah Dach und Decke und selbst ein Theil der Mauern in die Kirche hineinfallen, wobei das gröhte Unglück für die Pfarrkinder zu besorgen ist." Die Bausach- verständigen äuhern sich auch zur Frage der Restauration der Kirche und machen die Feststellung: „Zwar glauben sie, dah die Mauern der Länge nach, wenn am Vorhause angebaut werden wollte, das so breit wie die Kirche und 16 >- Schuh lang ist, noch brauchbar wären, und den neuen Dachstuhl halten dürften, allein es wäre zwischen Länge und Breite nicht das geringste Verhältnis und doch kein ganz dauerhaftes und noch kein geräumiges Werk für 692 See- len, welche der Kirchsprengel zu Mauren zählt." Trotz dieses ein- deutigen Befundes über die Notwendigkeit eines schnellen Neu- baues, muhte die Kirche noch durch mehr wie 26 Jahre als Pfarr- kirche dienen. Es wurde nur veranlaßt, dah ein 26 Schuh langer und 16 Zoll hoher und breiter Balken querüber die Tramen gelegt und die Deckbalken mit eisernen Klammern an diesem befestigt wur- den. Auch wurde bei der Empore eine Säule ausgestellt. Die Repa- ratur führte Zimmermeister Boh von Vaduz aus und er berechnete 7 Gulden 16 Kreuzer für die Arbeit; das Holz stellte die Gemeinde.
        

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