— 72 - „ daß sie (die Obrigkeit), sowie bei dem Pfarrhofe, die halbscheidigen Kosten über sich nehme. Was die Obrigkeit beim Pfarrhofbau that, geschah ohne Verpflichtung et sine praejudicio, wie dieß die ober dem Eingange in den Pfarrhof hingeschrieben Aufschrift beweiset!" Auch in einem Berichte der fürstlichen Buchhaltung vom 28. April 1823 wird erwähnt, daß die „Baukosten des Pfarrhauses zwischen dem Fürstenthum und dem Eotteshause zu Ottobanren getheilt wurden, aber beyder Tendenz war auch stets dahin ge- richtet, sich gegen Konsequenzen zu verwahren." Auch vermutet Kanonikus Büchel, daß das Kloster den Pfarr- hof in der damaligen klosterfeindlichen Zeit für seine Ordensange- hörigen als Zufluchtsstätte ausbaute, denn Kaiser Josef II. von Oesterreich säkularisierte damals viele Klöster und bereits begann die französische Revolution. Ich kann diesen Vermutungen nicht bei- stimmen, denn die langen Verhandlungen über die Baukonkurrenz- pflicht und der Abschluß der Vereinbarung von 1786 ergeben, daß nur ein den lokalen Bedürfnissen entsprechender Pfarrhof erstellt wurde. Das Mappen des Klosters Ottobeuren deutet m. E. nur darauf hin, daß der Pfarrhof auf klösterlichem Grund stand, da der ursprüngliche Elarnerhof ab 1595 sein Eigentum war. Gegen den Ausbau des Pfarrhofes als Zufluchtsstätte spricht auch der mangel- hafte Ausbau des Hauses an und für sich. Pfarrer Lutz berichtet im „Urbarium undt Jarzeit-Buch" über die Rechte des Pfarrers von Mauren: „Hat Herr Pfarrer ein im Jahre 1787 neu erbautes ordent- liches Pfarrhaus zu bewohnen, welchem ich im untern Stocke die Langrieden samt den Thüren mit Oehlfarb anstreichen, im obern Stocke aber eine Pbbsdäcke — neuen Ofen — Wand beim Bett — Langrieden — Schällugiitter um mein Geld machen und zwei Zi- mer ausmahlen ließ, detto 3 baar inwendige Läden." Die Mangelhaftigkeit des Baus geht auch aus den Regierungs- akten hervor, die dartun, daß im Jahre 1838 größere Reparaturen am Dach und an den Oefen notwendig waren. Die nächste große Reparatur des Pfarrhauses wurde dann in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts vorgenommen, auf die noch im weiteren Verlauf dieser Arbeit eingegangen werden soll und die letzte glück-
        

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