würdigerweise das Präsentationsrccht (jus quoad nominationem cl praesentalionem) bei der Pfarrei Mauren und nur dieses allein vorbehielt. Auch am 11. November 1714 bildete dieses Recht den Gegenstand einer Urkunde zwischen der Stadt und dem Reichsstift Ottobeuren. Das Reichsstift bestätigte der Stadt die Ueberlassung des Präsentationsrechtes bei der Pfarrei Mauren, wofür die Stadt das Kloster von den Kosten der Bachregulierung in der Stadt be- freite. Durch die Abtrennung des Präsentationsrechtes ging dem Kloster vom Patronate das praktisch wichtigste Recht verloren. Diese Trennung des Patronatsrechtes, ein an und für sich im Kirchenrecht möglicher, aber seltener Fall, hatte sür die Gemeinde den Nachteil, daß die Rechtslage des Patronates dadurch verwirrt wurde und darin lag einer der Hauptgründe für die spätern Streitigkeiten. Die Gründe, die für die Stadt maßgebend waren, sind unbekannt. Man muß annehmen, daß Feldkirch an der Gemeinde Mauren, wo viele ihrer Bürger Liegenschaften besaßen, ein besonderes Interesse hatte, oder daß die Stadt für ihre geistlichen Mitbürger eine Pfründe haben wollte. Zu dieser Trennung des Patronatsrechtes kam noch die Exemptions-Stellung der Pfarrei auf Grund der Verträge von 1627 und 1655. Wohl versuchte das Reichsstift Ottobeuren bei den vorkommenden Neubesetzungen seine Rechte aus den Verträgen gel- tend zu machen, ober die Stadt Feldkirch kümmerte sich nicht dar- um, sondern präsentierte den Psarrherrn dem zuständigen Bischof von Chur d.er dann die Installation vornahm und so kam die Psar- rei bald wi^ocr ganz unter die bischöfliche Jurisdiktion. Noch aber traten weitere Veränderungen mit dem Besitz der Kirche und der Kirchensabrik von Mauren ein. Infolge des Frie- densschlusses von Luneville und der Aushebung des Deutschen Rei- ches wurde das Reichsstist Ottobeuren säkularisiert. Es kam zu Bayern und seine Besitzungen in Vorarlberg und ebenso in Liechten- stein kamen zu Oesterreich. Als dann im Frieden von Preßburg (1865) Tirol und Vorarlberg zu Bayern kamen, wurden die Güter des ehemaligen Priorates Besitz der Krone Bayern bis zum Wiener Kongreß (1815), durch welchen sie wieder an Oesterreich kamen und dem Religionsfond einverleibt wurden. 1876 erfolgte die Ablösung der Patronatslast in Mauren durch Vertrag und die im liechten- steinischen Grundbuchs eingetragene Last wurde gelöscht. Die Stadt Feldkirch verzichtete dann 1918 auf ihr ^räsentationsrecht zugunsten
        

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