— 58 — 1. Geschichte der Pfarrei. Die älteste Urkunde, die uns von einer Pfarrei Mauren be- richtet, befand sich nach Kanonikus Büchel im Landesarchiv und sie stammt aus dem Jahre 1305. Am 22. September dieses Jahres überliesz der Ritter Swigger von Schellenberg dem Kloster Psäfers seinen Hof im Oberdors zu Mauren. Unter den Zeugen dieser Ur- kunde, die in Psäfers errichtet wurde, erscheinen neben Edlen aus der Gegend auch der Pfarrer und der Vizepsarrer von Mauren, die aber nicht mit ihren Namen erwähnt sind. Es liegt nahe anzu- nehmen, daß die Seelsorge in Mauren zu dieser Zeit durch Mönche des Klosters Psäfers betreut wurde, das zur damaligen Zeit am Schellenberg schon reich begütert war und das auch die Pfarrei Eschen innehatte. Die Bezeichnung „Vizepfarrer" ist keine kirchen- rechtliche Rangstufe, sondern deutet darauf hin, daß der Geistliche, welcher als Pfarrer von Mauren bestellt war, unter seinen Mit- brüdern einen Substituten hatte, dem eine kirchliche Rangstufe, wie Kaplan, Vikar oder Provisor nicht zustand. Auch das Nichterwäh- nen der Namen der beiden geistlichen Herren und die Uebergabe des Hofes an das Kloster Psäfers geben Veranlassung daraus zu schließen, dafz die Seelsorge in Mauren den Geistlichen des Klosters Psäfers oblag. Wenige Jahre später bildete die Kirche von Mauren Gegen- stand einer Urkunde. Am 2V. Dezember 1318 verkaufte der Ritter Heinrich II. von Echellenberg den Kirchensatz von Mauren um 40 Mark Silber Konstanzer Prägung an Rudolf den alten Amann zu Feldkirch. Es wird dabei in der Urkunde erwähnt, daß der Maurer Kirchensatz so übergeben werde, wie ihn Ritter Heinrichs Vater vor ihm besessen habe. Durch diesen Beisatz und die in der Urkunde von 1305 erwähnte Tatsache, daß damals bereits ein Pfarrer von Mauren existierte, sind wir zur Annahme berechtigt, daß Mauren schon vor dem Jahre 1300 eine eigene Pfarrei war und eine Kirche hatte. Auch fehlt jeder Hinweis, daß Mauren zu irgendeiner Zeit einer andern Kirche eingepsarrt war. Die Maurer Siedlung gehört sicher zu den ältesten des Landes und dies würde uns berechtigen zur Annahme, daß die Pfarrei viel älter ist. als Hie vorhandenen Urkunden uns dartun.
        

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