— 50 — schweren Zeiten in den letztgenannten Iahren die Ursache ge- wesen sein. Am Schlüsse der Unterländer Rechnung sehen wir, daß der Landammann Jacob Marxer „wegen seiner Bemühung in 9 Iahren geschöpft 90 fl", trifft also auf das Jahr 10 fl, die der Landammann für seine Bemühung erhielt. Aber auch das war kein Anspruch, sondern nur eine Erkenntlichkeit, die ihm vom Oberamt, Gerichten und Ausschüssen sür seine große und viele Mühewaltung in diesen langen und schweren Jahren zugesprochen wurde. Bei auswärtigen Amtsgeschäften bezog er auch die „Zehrung". Die Mitglieder des Gerichtes scheinen überhaupt nur die Zehrung bezogen zu haben. Der Landammann Lorenz Tschetter bezog etwa 00 Jahre später für seine Mühewaltung jährlich 60 fl, die dann 1789 auf jährlich 50 fl herabgesetzt wurde. Mit den „Zehrungen" verhielt es sich ähnlich, wie zur Zeit des Landammanns Jacob Marxer im Unter- lande. Der im 18. Jahrhundert immer wieder erhobene Vorwurf, der Aufwand für Landammann und Gericht sei zu hoch, und der Versuch, diesen Vorwurf als Begründung für die Aufhebung des Landammannamtes und der Gerichte zu benutzen, scheint hiernach kaum gerechtsertigt gewesen zu sein, und dies besonders auch dann nicht, wenn wir aus den hier vorliegenden Landschaftsrechnungen ersehen, was an „Discretionen" und an „Douceurs" von den Land- schaften an Kommissar Harprecht, an den Landoogt und an andere geleistet wurde, wenn man auch diesen beiden Ausdrücken offenbar nicht ganz jene Bedeutung geben soll, die sie nach dem heutigen Sprachgebrauch haben. Man darf annehmen, daß es sich wenigstens zum Teile um Erkenntlichkeiten oder auch um Forderungen sür besondere Bemühungen im Interesse der Landschaften handelte. Ein wesentlicher Unterschied in der Behandlung der hier vor- liegenden landschaftlichen Rechnungen besteht darin, daß der Rech- nung der unteren Landschaft keine „Bemängelungen" angefügt sind und eine ziffermäszige Ueberprüfung nicht stattgefunden zu haben scheint, während bei der Rechnung für die obere Landschaft eine Reihe von Mängeln in besonderem Aufsatz beigefügt sind. Die Er- ledigung dieser Mängel hat sich der Landammann allerdings ziem- lich leicht gemacht. Man scheint sich damit abgefunden zu haben und
        

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