— 49 — 4. SchlußbemerKungen. Diese Landschaftsrechnungen geben wohl den besten Einblick in die Tätigkeit der Landammiinner, soweit es sich nicht um ihre richterlichen Aufgaben handelt. Sie bieten aber auch kulturgeschicht- lich recht beachtenswerte Mitteilungen, die für sich sprechen und zum größeren Teile keiner besonderen Erklärungen bedürfen. Abschließend fei nur einzelnes Weniges hier noch festgehalten: In den 9 Jahren und 2 Monaten der Rechnungsführung durch Landammann Jacob Marxer sind von den Gesamtausgaben von 8480 fl 38 kr 1 dl rund 43«/« auf die Abfuhren an die Schwäbische Kreiskasse und auf Militärlasten entfallen, also nicht viel weniger als die Hälfte der gesamten Ausgaben der unteren Landschaft. In den 4 Jahren und 1 Monat der 1. Amtsführung des Land- ammanns Lorenz Tschetter sind die Auslagen an das Reich und für Militärlasten sogar auf 84"/» der Gesamtausgaben der oberen Landschaft gestiegen, d. i. auf 2239 fl 16 kr von insgesamt 2666 fl 55 kr 2 dl. Es ist daher wohl zu verstehen, wenn in jenen Zeiten mehr- fach Beschwerden über die Lasten, die von feiten des Reiches un- serem Ländchen auferlegt wurden, zum Ausdrucke kamen und wenn vermehrte Rücksichtnahme auf die hiesigen Verhältnisse gefordert wurde. Dem gegenüber muß erst recht auffallen, wie wenig für kul- turelle Zwecke, z. B. für Schulen, Straßen, Gewässerverbauungen usw. aufgewendet wurde. Die Steuersätze betrugen im Unterland 1718 bis 1727 6 kr bis 24 kr, und es wurden in der Regel jährlich zwei Steuern erhoben. Sie betrugen 1718 für beide Umlagen zusammen 12 kr, für die beiden Umlagen 1724 zusammen aber 39 kr von je 100 fl Vermögen, wiesen also in den verschiedenen Jahren große Unter- schiede auf. Im Oberlande wurden 1785 bis 1788 jährlich nur einmal „Landsteuern" erhoben, die für 3 Jahre je 15 kr, 1787 nur 12 kr von je 100 fl Vermögen ausmachten. Sie waren also in den eben genannten Jahren im Oberlande viel mäßiger und ausge- glichener, als 1717 bis 1727 im Unterlands. Dafür mögen die 4
        

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