— 292 — weder zu diesem, noch zu obigem Geschäft eine Original-Urkunde findet. Aber auch Abschriften der beiden Urkunden konnten wir da nicht feststellen. So alte Abschriften, wie im Liber de feodis gibt es daselbst überhaupt nicht, sondern nur neuzeitliche, so namentlich ein Kopienbuch von 1781. So mussten wir hier, trotz Kaiser-Büchel, die gekürzte Churer Ueberlieferung zur Grund- lage nehmen. Das Datum «1380» bei Kaiser-Büchel und bei Büchel, Jahrbuch des Histor. Vereins Liechtensteins 1902, S. 35 und 148, scheint ebenfalls auf den Liber de feodis zurückzugehen, wo es oben auf fol. I heisst: «Anno 1380». Es folgen Urkunden von 1380, 1386, 1380—86, drei Stücke zu 1380, dann unsere Urkunde. Das Datum 1380 kann aber nicht, oder eventuell nicht mehr bewiesen werden. Einen Anhaltspunkt bietet «Jobanns hern Ruodolfs saeligen sun Ritters.» Büchel S. 35 liest irrtümlicherweise: «Johann Heer, Sohn des Ritters Rudolf Heer», also «Johan Heer Ruodolfs saeligen sun» statt «Johans hern Ruodolfs saeligen sun», kurz «Heer» Matt «Herr». Bei Kaiser-Büchel steht richtig: «Johann von Unterwegen, Sohn des Ritters Rudolf». Da vom Triesner Zehnt die Rede ist, handelt es sich tatsächlich um Johann V. von Unterwegen, der 1343 bis ca 1424 vorkommt und ein Sohn Rudolfs I. von Unterwegen ist (vgl. A. Mooser, Bündner Monatsblatt 1923, S. 323 ff., 1926, S. 27). In unserer Urkunde wird Letzterer als tot erwähnt. Er ist aber 1380 gestorben. Somit ist unsere Urkunde nach 1380 entstanden. Terminus ad quem ist der 30. Juni 1388, das Todesdatum des Bischofs Johann von Chur. — Gegen den terminus a quo 1380 konnte man einwenden Vogt Johann von Bludenz sei identisch mit dem werdenbergischen Vogt Johann Schnider zu Bludenz in n. 144 (S. 315 nnd 325) vom 3. Juni 1391. Unser Ritter Johann wird aber, jedenfalls vor dem 30. Juni 1388, bereits als «wüond vogt von Bludentz» bezeichnet, war also 1391 nicht mehr Vogt daselbst. Zudem dürfte er bischöflicher, nicht werden- bergischer Vogt gewesen sein. Auch trifft der Ritterstitel auf «Schnider» schlecht zu. Entscheidend ist aber, dass im «Buoch der Vestinen» unser Eintrag unter dem Titel «Vnderwegen» steht. Druck. Muoth, Zwei sog. Aemterhücher des Bistums Chur aus dem Anfang des 15. Jht., S. 190 (aus dem «Buoch der Vestinen» und zur Re- gierungszeit Bischof Johanns: 1376 — 1388). 1 Am Rand, ähnlich wie S oder 8. 2 Ergänze etwa: «von gottes gnaden bischof ze Cur». 3 o über u. 4 Punkt oder Strich über v. 5 e über a. 6 Buoch der Vestinen: «Trisner». 7 In beiden Abschriften hievor durchstrichen «Edeln». 8 e über o. 9 v über o. !0 Nur im Buoch der Vestinen; mit e über o. 11 Buoch der Vestinen: «Trisen». 1*- e über u. !3 v 
über a.
        

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