- 103 Horgen, nach dem diese Kultur von E. Bogt benannt wurde, und auch andere Fundplätze z. B. das Psahldorf Sipplingen lieferten.') Es sind durchwegs derbe Scherben von Erobgesäßen, oft sehr brüchig (Abb. 12 und 13). Der Ton ist grobkörnig und stark gemagert, auch schlecht gebrannt. Nahe am Rand der Gefäße läuft manchmal eine schmale Rinne (Abb. 12, Nr. 2, 3, 5). Zuweilen finden sich auch Einstiche oder Durchstiche am Rand. Gelegentlich kommt ein- fache, unbeholfene Ritzverzierung vor, gekreuzte Linien (Abb. 12, ö und Abb. 13, 4) oder ringsumlaufende Parallellinien oder Zickzack- linien (Abb. 13). Abbildung 13 Nr. 2 zeigt ein Stück, dessen linke Hälfte schon im letzten Erabungsbericht abgebildet und beschrieben war; die rechte Hälfte kam in dieser Grabung dazu. Von der Ritz- zeichnung sieht man auch noch etwas auf dem neuen Stück. Im ganzen macht die Keramik dieser Schicht einen sehr einheitlichen Eindruck. Die beiden Spinnwirtelstücke aus Ton (Abb. 2V, Nr. 20 und 21) kommen aus der Horgener Schicht. Nicht so einheitlich und klar einzureihen sind die Keramikfunde der Schichten III und II. Zunächst ist darin nur wenig vorhanden, was auf eine Besiedlung in der eigentlichen Bronzezeit hinweisen würde. Wenn wir aber doch von später oder besser spätester Bronzezeit sprechen, so folgen wir der Bezeichnung, wie sie in der Schweiz und vielfach auch in Süddeutschland üblich ist. Man bezeichnet in diesen Gebieten nämlich die Zeit der letzten Pfahl- bauten als jüngste oder späteste Bronzezeit. Zeitlich umfaßt aber diese Periode die Stufen ^ und K der Hallstattzeit, also das frühe Hallstatt. In den früheren Erabungsberichten wurde die Schicht III als spätbronzezeitliche Schicht bezeichnet. Der Berichterstatter hatte nun durch die Freundlichkeit von Herrn Konservator Dr. Vogt Gelegenheit, im schweizerischen Landesmuseum das spätbronzezeit- liche Material durchzusehen. Es kann festgestellt werden, daß der Anteil dieser Keramik auf unserem Fundplatz nicht so groß ist, wie es zuerst schien; so fehlt z. B. die Feinkeramik ganz. Der Hauptanteil >> E. Vogt. Zum schweizerischen Neolithikum, Germania 193-t, Jahrgang 18. Seit 2. und E, Vogt, Horgener Kultur, Seine-Oiie-Marne-Kultur und nordische Steinkisten, im Anzeiger sür Schweiz. Altertumskunde, Bd. XI., 1938, Heft 1. — Vgl. seiner i 10. Pfahlbautenbericht, Mitteilungen der Anti- quarischen Gesellschaft. Zürich 1924 und H. Reinertb, Das Pfahldorf Sipp- lingen, Leipzig 1938 (Tafel 19).
        

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