— II — gestaltung Europas und den ewigen Frieden durch die Heilige Allianz schaffen wollten. Diese Ereignisse seiner Jugendzeit waren nicht ohne Einfluß auf sein späteres politisches Wirken. Was und wo Peter Kaiser in Wien studierte, ist heute nicht mehr seststellbar. Vermutlich beendete er seine Eymnasialstudien und war auch Hörer an der Universität, obwohl sein Name in den Matriken nicht ver- zeichnet ist. Während seiner Studienzeit starb 1812 — nicht 1811 wie Kind behauptet — sein Vater, dem eineinhalb Jahre später die Mutter solgte, an denen Peter mit rührender Kindesliebe hing, wie aus seinen von Kind zitierten Briefen aus dieser Zeit her- vorgeht. Wenn auch die Eltern Peters nicht reich, wohl aber ver- möglich waren, so hatte das Vermögen durch die Kriegswirren, die Kontributionen und Requirierungen und durch die Mißernten, wie sie uns Helbert in seiner Chronik schildert, sicher gelitten, und es mag manchmal schwer gewesen sein, Peter die nötigen Gelder für sein Studium zu schicken. So begegnen wir in Peter einem stillen, strebsamen und ernsten Menschen, der mit sehr wenig Geld aus- kommen mußte. Dabei war er nicht der Gesundeste, denn wir wissen von einem schweren Augenleiden aus dieser Zeit, dem schwarzen Star, von welchem er durch die Behandlung von Professor von Friederich geheilt wurde. Neben seinen Studien gab Peter den Kindern der Familie von Teltscher Privatstunden, wofür er Woh- nung und Verpflegung und drei Gulden pro Monat erhielt. Auch fand er bei dieser Familie viel Gegenliebe und durfte bei ihr seine Ferien verbringen. Als Student dürfte er zuerst seine Matura ge- macht haben und sich dann mit philosophischen Studien, insbeson- dere Geschichte, seinem späteren Lieblingsfach, beschäftigt haben. Daneben trieb er privat das Studium moderner Sprachen, beson- ders Englisch und Italienisch, die er beide sehr gut beherrschte und auch das Flötenspiel betrieb er eifrig. Im Jahre 1817 verließ Peter Kaiser Wien und ging als Hörer an die Universität Freiburg im Breisgau. Sein Weggang aus Wien mag in Zusammenhang mit der Metternich'schen Politik gestanden haben, weil sich Peter in Freiburg an die Burschenschaft anschloß, die es sich zur Aufgabe gestellt hatte, die Ideale der Befreiungs- kriege, das geeinigte demokratische Deutschland, zu pflegen. Solche Bestrebungen paßten aber in keiner Weise den leitenden Staats- männern, die versuchten, die Gedanken der französischen Revolution
        

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