— 97 — Wir haben es also in dieser Grabung mit zwei Abschnitten zu tun und sprechen im Folgenden von Westplatz und Süd- graben. Zunächst sollen die Vaureste in den einzelnen Schichten der beiden Plätze und dann das Fundgut behandelt werden. Baureste aus dem Westplatz: In der obersten Schicht (II) zeigte sich hier nichts Ausfälliges. Oben in Schicht III wurden drei Pfostenlöcher festgestellt; sie lagen ziemlich genau in Richtung Nord-Süd und waren mit Steinen umstellt und verkeilt. Die Abstände betrugen von Nord nach Süd von Pfostenloch I bis II 2,49 Meter, von Pfostenloch II bis III 9,75 Meter. Loch I liegt nur einen halben Meter vom nördlichen Rand des Erabungsplatzes, so daß also wahrscheinlich dort die Fort- setzung der Pfostenreihe zu suchen wäre. Den Abschluß nach unten, gegen die oberste neolithische Schicht, bildet auch hier wieder eine Steinlage, die schon in den früheren Grabungen, hauptsächlich auf der Platzmitte festzustellen war (vgl. Erabungsberichte 1942 und 1943). Die Steinlage machte den Eindruck, als hätte sie zur Aus- planierung des unteren Horizontes von Schicht III gedient. In Schicht IV (Horgener Schicht) wurde lediglich eine Herd- stelle festgestellt. Sie lag auf dem Grund der Schicht und wies eine Steinsetzung von ca. 1 Meter Durchmesser auf (s. Abb. 1 und 3). Die Stelle war mit Asche und Kohlen stark durchsetzt und in der Nähe befanden sich viele Scherben von typischem Horgener Charakter. Schicht V (Michelsberger Kultur) konnte Heuer durch einen Lehmboden, der auf dem ganzen Platz bis in die Nähe der Fels- wand deutlich zum Vorschein kam, (s. Abb. 5) in zwei Schichten, s und d, geschieden werden. Der Boden war etwa 5 cm stark, von grau-gelber Farbe; Pfostenlöcher waren darin nicht zu sehen. Auf- fallend ist, wie dieser Boden ziemlich steil gegen die Felswand zu ansteigt; als Hüttenboden ist er deshalb nicht gut denkbar. In Schicht V K lag eine Feuerstelle, eine gewölbte, gelbe Lehm- schicht, kreisrund, 1,79 Meter Durchmesser, ca. 29 cm dick. Der Lehm war oben vom Feuer rotgebrannt; der Durchmesser des roten Teils der Lehmschicht betrug 89 cm. Die Feuerstelle war ohne Steinunterlage. Auf dem Grund von Schicht V K, ganz am Ostrand des West- platzes, lag eine Reihe von sieben plattigen Steinen (s. Abb. 2).
        

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